Leserbrief

Leserbrief Zu „Anleger zunehmend unzufrieden“ (FN, 28. 12)

Auf bessere Zeiten warten

Dass nach einer Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken, das Sparkonto wieder beliebter sei, ist nicht nachvollziehbar. Die zunehmende Unzufriedenheit der Anleger schon eher. Denn, wenn Sparkassen für Sparkonten gerade mal 0,01 Prozent Zinsen zahlen und Tages- sowie Festgeld und Sparbriefe gar nicht mehr anbieten, kann man sein Geld auch gleich auf dem ebenfalls zinslosen Girokonto parken und auf bessere Zeiten warten.

Aber auch bei den Direktbanken sieht es derzeit nicht viel besser aus. Wohl dem, der noch zu besseren Zeiten einen längerfristigen Sparbrief mit weit höheren Zinsen abschloss. Verständlich, dass nach der New-Economy-Blase um die Jahrtausendwende noch immer viele Bundesbürger einen Bogen um Aktienanlagen machen, was übrigens im Jahr 2018 ein Negativgeschäft gewesen wäre.

Bei dieser Gelegenheit ein Tipp für Erstrentner, welche ab 2019 bereits 78 Prozent ihrer gesetzlichen Altersrente versteuern müssen: Wer neben der steuerpflichtigen Rente weitere Kapitaleinnahmen wie Zinsen, Mieteinnahmen, Aktiengewinne oder Dividende hat und über den Jahres-Grundfreibetrag 2019 von 9168 Euro (ledig) beziehungsweise 18 336 Euro (verheiratet) kommt, ist verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben.

Tut er dies nicht, wird er zum Steuersünder und muss Sanktionen des Finanzamtes fürchten. Bei Unterschreitung der Freibeträge kann er jedoch einen Antrag auf Nichtveranlagung beim Finanzamt stellen und bekommt dann keine Abgeltungssteuer, Soli und Kirchensteuer in Abzug gebracht.

Auch die Steuererklärung wird überflüssig.