Leserbrief

Leserbrief Zu „Mehr Disziplin ist gefragt“ (FN vom 26. September)

An die Vorgaben des Verbandes halten

Der Beitrag von Michael Fürst vom Zuschauer-Wahnsinn auf den lokalen Sportplätzen spricht mir aus der Seele. Ich bin mittlerweile seit 23 Jahren Schiedsrichter. Das unqualifizierte Rumgenörgel einiger Zuschauer auf unseren Sportplätzen gehört ja schon zur Normalität.

Was mich aber in der momentanen Zeit sonntags beim Pfeifen total nervt, sind die uneinsichtigen Möchtegern-Moralapostel auf unseren Plätzen. Beim Shoppen immer schön anständig Maske tragen, sobald aber Fußball ansteht, den Verstand ausschalten, Bierflasche in die Hand und schön „kuscheln“, eng auf eng, mit den Bekannten und Unbekannten und losgrölen.

Die „Stadionsprecher“ versuchen zumindest, den Vorgaben des Badischen Fußball-Verbandes gerecht zu werden und weisen immer wieder auf die einzuhaltenden Abstandsregeln hin. Jedoch geschieht dies meist ohne Erfolg.

Diese Durchsagen verdienen meiner Meinung nach genau so viel Beachtung, wie ein „falscher Pfiff“ des Schiedsrichters.

„Schiris“ müssen nicht melden

Wir Schiedsrichter werden ja für die „Corona-Regeln“ nicht zur Verantwortung gezogen oder zu Meldungen gezwungen, wobei ich öfters diese Aufgabe gerne auch noch übernehmen würde.

Der Aufschrei im Juli war ja sehr groß, als es von der Verbandsseite grünes Licht zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs kam. Wenn die ganze Sache jedoch so weitergeht, wie sie momentan läuft und sich die Zuschauer auch künftig nicht an die Vorgaben halten wollen, würde es mich nicht wundern, sollten wir bald sonntags wieder „fußballfrei“ sein. Und ein Sonntag ohne Fußball? Bitte nie wieder!

Ich bitte deshalb alle Zuschauer auf unseren Plätzen: Seid doch so gut und haltet euch an die Vorgaben des Badischen Fußballverbandes und an die Hygienevorgaben.