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Abfallwirtschaft Landesbehörde Hessen Mobil beginnt Frühjahrsputz auf den Straßen / 10 000 Tonnen pro Jahr

Wilde Müllentsorgung treibt Kosten hoch

Wiesbaden/Frankfurt.Auf viele Mitarbeiter der Autobahn- und Straßenmeistereien in Hessen wartet in diesen Tagen wieder ein schmutziger Job: Zum Start ins Frühjahr befreit die Landesbehörde Hessen Mobil Straßenränder, Park- und Rastplätze, Grünstreifen, Böschungen und Ab- und Auffahrten von Müll. Gefunden wird dabei fast alles – von Fast-Food-Verpackungen über Autoreifen und Ölkanister bis hin zu Hundekot in Plastiktüten und Kühlschränken. „Die illegale Müllentsorgung ist ein Problem. Es ist uns ein Anliegen, dass umgedacht wird“, sagte eine Sprecherin von Hessen Mobil in Wiesbaden.

Die Beseitigung solcher Abfälle ist aufwendig und kostet viel Geld: Um die rund 10 000 Tonnen Abfall, die zuletzt an Straßen und auf Rastplätzen Jahr für Jahr anfielen, zu bewältigen, muss Hessen Mobil jährlich etwa drei Millionen Euro aufwenden. Den Großteil erledigen dabei Fremdfirmen. Allein die eigenen Beschäftigten der Landesbehörde leisteten bei der Reinigung der Straßen im vergangenen Jahr nach Angaben der Sprecherin rund 24 800 Arbeitsstunden. Auch für dieses Jahr sieht sie keine große Entlastung: „Es gibt bislang keine Veränderung zu den Vorjahren“, sagt die Sprecherin.

Zu den Hotspots gehören dabei etwa die Autobahnauf- und -ausfahrten. Das dürfte daran liegen, dass die schnelle Fahrt auf der Autobahn das Ex und Hopp aus dem Autofenster eher schwierig macht. Sobald die Autobahn dann aber verlassen werde, öffnen manche Fahrer kurzerhand ihr Fenster, um beispielsweise Essensverpackungen und Getränkedosen achtlos hinauszuwerfen. Auch andere verkehrsreiche Stellen, an denen eher langsam gefahren wird, wie etwa größere Kreuzungen, verführen Autofahrer immer wieder dazu, sich auf diese Weise ihrer Abfälle zu entledigen.

Gefährliche Zigarettenkippen

Manchmal schadet das wilde Wegwerfen derweil nicht nur der Umwelt, sondern kann auch gefährlich werden. So bestand im trockenen und heißen Sommer 2018 teils akute Brandgefahr, wenn Autofahrer noch glimmende Zigarettenkippen einfach im Vorbeifahren entsorgten, wie die Sprecherin von Hessen Mobil sagte. Die Straßenverkehrsbehörde ist für die Müllbeseitigung an rund 12 700 Kilometern Straße zuständig, darunter etwa 1000 Kilometer Autobahn sowie 2500 Kilometer Bundesstraße, 5600 Kilometer Landesstraße und 3600 Kilometer Kreisstraße – jeweils außerhalb der Ortschaften.

Dass die Menge des wild entsorgten Abfalls trotz aller Aufrufe seit Jahren stagniert, führt eine Sprecherin der Umweltkampagne „Sauberhaftes Hessen“ des hessischen Umweltministeriums auch auf veränderte Konsumgewohnheiten zurück: Ob Sandwich, Burger oder Schokoriegel für unterwegs – die Verpackungen würden schnell aufgerissen und nach dem Verzehr von manchen Menschen gedankenlos weggeworfen. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass Hessen als klassisches Transit-Bundesland sehr verkehrsreich ist.

Seit 2002 will „Sauberhaftes Hessen“ das Bewusstsein der Bürger für die Vermeidung von Abfall schärfen und der Vermüllung von Stadt und Land entgegenwirken. Zunehmend zielt man dabei auch auf Umweltbildung für Kinder und Jugendliche ab. So beteiligten sich hessenweit an entsprechenden Aktionstagen im vergangenen Jahr rund 11 500 Kindergartenkinder sowie rund 20 000 Schüler an Müll-Sammelaktionen.