Länder

Grundschulen Opposition will Nachbesserung bei Betreuung

Streit über ganztägige Angebote

Wiesbaden.In der Debatte um den Ganztagsschulausbau in Hessen hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) im Parlament den Kurs des Landes gegen die Kritik der Opposition verteidigt. Am Pakt für den Nachmittag beteiligten sich mittlerweile rund drei Viertel aller hessischen Schulträger mit insgesamt 208 Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen, sagte Lorz am gestern im Wiesbadener Landtag. Im Schuljahr 2018/19 gebe es an rund 1150 Schulen ganztägige Angebote. Das seien etwa 70 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen. Dafür stünden zusätzlich zur Grundunterrichtsversorgung knapp 3000 Stellen und damit 1500 mehr als noch zu Beginn der Legislaturperiode zur Verfügung.

Ruf nach Investitionen

Die Opposition forderte dagegen deutlich mehr Engagement und Investitionen für den Ganztagsschulausbau. Die SPD-Fraktion mahnte in ihrem Antrag von der schwarz-grünen Koalition ein Konzept an, wie ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter umgesetzt werden kann. Dabei gehe es nicht nur um einen quantitativen Ausbau, sondern auch um eine Qualitätsoffensive. Der Minister verschließe etwa die Augen davor, wie der Investitionsbedarf in den Schulen sei, kritisierte der SPD-Abgeordnete Christoph Degen.

Die Linken-Bildungsexpertin Gabi Faulhaber sprach beim Pakt für den Nachmittag von einer „Mogelpackung“. Gerade mal zwei Prozent der Grundschulen im Land seien echte Ganztagsschulen. Die Initiative des Landes sei nur eine Sparausführung und ein reines Betreuungsprogramm. Deswegen sei ein grundsätzlicher Kurswechsel in der hessischen Bildungspolitik notwendig.

„Warm, satt, sauber reicht für gute Ganztagsangebote an den Schulen genauso wenig wie für beste Betreuung und frühkindliche Bildung in den Kindertagesstätten“, betonte Wolfgang Greilich von der FDP-Fraktion. dpa