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Umweltschutz Autos der Landesregierung stoßen mehr Schadstoff aus als geplant / Vier-Punkte-Plan zur Minderung

Hermann: CO2-Ziel gefährdet

Stuttgart.Das Land will seine Dienstflotten modernisieren und umweltfreundlicher machen. Derzeit soll jeder Staatswagen im Durchschnitt pro Kilometer nicht mehr als 130 Gramm CO2 – so der selbst auferlegte Grenzwert – ausstoßen. In der Tat gelang es dem Land, den durchschnittlichen Ausstoß seit 2011 von 148 Gramm CO2 pro Kilometer und Fahrzeug nach und nach zu reduzieren. 2015 beschloss die grün-rote Vorgängerregierung, den Grenzwert ab 2020 auf durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer herabzusetzen. Ein Ziel, das Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) laut einer Kabinettsvorlage für die nächste Sitzung des grün-schwarzen Ministerrats am kommenden Dienstag gefährdet sieht.

In der verbleibenden Zeit bis 2020 seien bei einer bloßen Fortschreibung der bisherigen Maßnahmen keine deutlichen Reduzierungen mehr zu erwarten. „Es droht, dass das Land seinen Zielwert von 95 Gramm CO2 im Flottenmix bis 2020 verfehlen wird“, schreibt Hermann in dem Papier, das dieser Zeitung vorliegt. Um das zu vermeiden seien „neue und zusätzliche Maßnahmen erforderlich“, sagte er.

Alte Modelle aussortieren

Vier Punkte werden in der Kabinettsvorlage genannt, die zur Minderung des CO2-Ausstoßes beim Landesfuhrpark beitragen sollen. Zum einen will Hermann die landeseigene Ladeinfrastruktur für Elektroautos ausbauen. Er verweist darauf, dass seit einem Ministerratsbeschluss vom Juni 2017 der Kauf von insgesamt 116 Hybrid- und Elektrofahrzeugen für den Landesfuhrpark genehmigt worden sei. Einher ginge dies mit der Aussortierung alter Modelle, die die Umwelt stark belasten. Auch der Anteil der Fahrzeuge, die mit Gas betrieben werden, soll stetig ausgebaut werden. Außerdem planen das Verkehrs- und Innenministerium gemeinsam mit dem Logistikzentrum Baden-Württemberg ein Konzept für eine „dienststellenübergreifende Sammelausschreibung“. So will das Land seine Verhandlungsposition gegenüber den Herstellern von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben verbessern.

„Derzeit dominieren im Pkw-Markt nach wie vor Fahrzeuge mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Im Segment der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben besteht daher oftmals ein Defizit an Informationsangeboten durch die Anbieter“, klagt Hermann in der Vorlage. Zudem will er ein Sonderprogramm zur Fuhrparkmodernisierung auflegen. Mit diesem sollen die rund 70 Fahrzeuge des Fuhrparks, die älter als fünf Jahre alt sind und über 150 Gramm CO2 abgeben, ersetzt werden.

Positiv merkt Hermann in der Kabinettsvorlage an, dass der durchschnittliche Ausstoß 2017 im Vergleich zum Vorjahr um knapp sieben Prozent auf 115 Gramm CO2 pro Kilometer reduziert werden konnte. „Nahezu alle Ressorts hielten die kombinierte Emissions-Obergrenze von 130 Gramm CO2 pro Kilometer ein“, schreibt der Minister.