Ladenburg

Ladenburg Gespräch mit der FDP-Spitzenkandidatin Ursula Völkel / Hauptthemen: Senioren, Betreuung und kommunale Finanzen

„Wir plädieren für ebenes Pflaster“

Im Gespräch mit dem „MM“ erläutert Ursula Völkel, Spitzenkandidatin der FDP für die Kommunwahl, die wichtigsten Themen ihrer Partei: Seniorenarbeit, Kinderbetreuung und kommunale Finanzen.

Senioren: Zwar werde für die Senioren in Ladenburg schon viel getan, erläutert die 49-jährige Lehrerin an der Dalberg-Grundschule. Aber es gebe nach wie vor Defizite. Als wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Barrierefreiheit nennt sie ein Absenken der Bordsteine sowie die Umgestaltung der Zugänge zur Stadtbibliothek: „Das geht bisher nur über Stufen.“

Da sie öfters ihre Mutter im Rollstuhl durch die Stadt schiebt, kennt Ursula Völkel das Thema aus eigenem Erleben: „Die Altstadt ist problematisch.“ Die FDP wolle natürlich nicht deren Charakter verändern, „aber im Sinne der Barrierefreiheit plädieren wir für ebenes Pflaster“. Sie freut sich, dass der seniorengerechte Umbau der Bushaltestellen bereits auf dem Weg ist.

Als ersten Schritt zur möglichen Einführung eines Fahrdienstes, der Senioren zum Einkaufen bringt, sollte sich die Verwaltung mit potenziellen Anbietern in Verbindung setzen, um die Kosten zu ermitteln. Dass sich die Nutzer an den Kosten beteiligen, ist für Ursula Völkel klar: „Alles andere wäre unrealistisch.“ Zur besseren Koordinierung der Angebote wünscht sie sich längere Öffnungszeiten im Seniorenbüro der Stadt: „Neun Stunden pro Woche sind zu wenig.“

Zudem möchte Ursula Völkel, dass Schulen und Vereine Seniorenpatenschaften übernehmen. Ihre Vorstellung: Kinder besuchen die Senioren, machen mit ihnen Spiele oder lesen etwas vor. „Es geht im Grunde um Freizeitgestaltung, damit ältere Menschen mit Gehproblemen nicht vereinsamen.“ Das wäre ihrer Meinung nach neben den Bringdiensten ein weiterer Beitrag dazu, dass die Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Kinderbetreuung: Als dringlich sieht die Liberale auch einen Ausbau der Kinderbetreuung an: „Es gibt nicht genügend Plätze, deshalb müssen Familien in Nachbargemeinden ausweichen.“ Und es hapere oft am nahtlosen Übergang von der Kleinkindbetreuung zum Kindergarten, was berufstätige Eltern vor große Probleme stelle. Zudem würden in der Weststadt zum neuen Schuljahr acht Hortplätze fehlen. „Falls ich in den Gemeinderat komme, möchte ich mir die Finanzlage ansehen und dann nach bezahlbaren Lösungen für die Probleme suchen.“

Schulen: Wichtig ist der FDP, dass das dreigliedrige Schulsystem mit seinen Betreuungsformen Hort und Kernzeit erhalten wird, um den Eltern Flexibilität zu ermöglichen. „Das stärkt auch Musikschule und Vereine, da die Kinder nachmittags deren Angebote nutzen können.“ Zudem möchte die FDP den Breitbandausbau vorantreiben, wobei die Schulen Vorrang haben müssten. Die Stadt sollte dabei koordinierend wirken, die Schulen unterstützen und bei Problemen helfen: „Denn es macht ja keinen Sinn, den Schulen digitale Medien zur Verfügung zu stellen, wenn diese nicht funktionieren.“

Finanzen: Alle Vorhaben und Wünsche lassen sich nur verwirklichen, wenn Geld in der Kasse ist. Deshalb zählen die kommunalen Finanzen zu den weiteren Schwerpunkten der FDP: „Wir müssen die Einnahmen und Investitionen der Stadt so gestalten, dass wir zukünftigen Generationen keinen Schuldenberg, sondern ausreichend finanziellen Spielraum hinterlassen.“ Eine Erhöhung kommunaler Steuern wie Gewerbe- und Grundsteuer kommt für die Liberalen dabei nicht in Frage.