Ladenburg

Ladenburg TCL-Sommercamp mit der Nummer 1 im brasilianischen Beachtennis begeistert junge Talente / Lehrer mit eigener Schule am Traumstrand von Ipanema

Font: „Für mich ist das hier die reine Freude“

Archivartikel

Den ganzen Tag in der prallen Sonne zu arbeiten – das ist Vini Font gewohnt. Der Beachtennis-Lehrer lebt schließlich in Brasilien. Seine eigene Schule befindet sich am berühmten Traumstrand von Ipanema in Rio de Janeiro. Bei überwiegend ebenso tropischen Temperaturen hat der Weltmeister von 2014 auf dem Strandsandplatz des Tennisclubs Ladenburg (TCL) ein dreitägiges Sommercamp geleitet. Dass die Nummer Eins ihres Landes, die auf der Weltrangliste Platz 13 einnimmt, in Ladenburg aufschlägt, ist eine Geschichte, wie sie wohl nur die hierzulande immer noch exotische Strandvariante des Tennissports schreibt.

Und diese Geschichte beginnt 2017 in Moskau: Dort hatten die 15-jährigen TCL-Nachwuchs-Asse Pit Große-Wilde und Jann Lazdins in ihrer Altersklasse ebenso im Nationaltrikot an den Team-Weltmeisterschaften teilgenommen wie Font bei den Erwachsenen. „Bei der familiären Atmosphäre im Beachtennis lernt man auch die Größen der Sportart schnell kennen“, erklärt Janns Vater Thomas Lazdins, während der Junior im anspruchsvollen Vormittagskurs schwitzt.

Font erklärt alles auf Englisch. Bei der TCL-Familie Lazdins in Schriesheim übernachtet der Beachtennisstar mit seiner Frau Julia und dem erst sieben Monate jungen Söhnchen Vicente. „Wir erfahren viel über das Leben in Vinis Heimat“, sagt Thomas Lazdins.

„Vini ist auf Europatour: Er kommt gerade aus Italien und Russland, wo er einige erfolgreiche Turniere gespielt hat“, berichtet Lazdins. Vor dem Weltverbandsturnier mit Deutschen Meisterschaften in Saarlouis, an denen auch Jann und Pit seit gestern teilnehmen, schult Font den Nachwuchs. „Für mich ist das hier die reine Freude, und zugleich erfüllt sich wirklich ein Traum für mich, denn neben Japan, wo ich letztes Jahr war, wollte ich schon immer mal Deutschland kennenlernen“, sagt Font im Gespräch. „Das ist sehr aufregend, weil ich das Land, die Leute und die deutsche Kultur sehr mag“, zeigt sich der hochsympathisch wirkende Profi begeistert von seiner Premiere hierzulande.

„Camp nicht wie Arbeit“

„Für mich fühlt sich das Camp auch deshalb nicht wie Arbeit an, weil es mir viel Spaß macht, mit Jugendlichen zu trainieren“, sagt Font. Was er den insgesamt 24 Teilnehmern aller Alters- und Leistungsklassen vermitteln wolle, das sei ein „sehr technisch geprägter Aspekt“ des Spiels. „Ich möchte ihnen helfen, ihr maximales Potenzial abzurufen und ihr technisches Vermögen ebenso wie ihr taktisches Verständnis zu verbessern“, beschreibt der Beachtennislehrer das Ziel. Seine drei am meisten fortgeschrittenen Schüler sieht er auf einem guten Weg: „Sie sind wirklich sehr begabt, sollten aber noch weiter an ihrem Aufschlag arbeiten.“ Font lobt Spielübersicht und Schnelligkeit. Einzelheiten vermittelt Font im persönlichen Gespräch.

„Das ist sehr hilfreich“, findet Pit am vorletzten Tag. „Cool, dass Vini hier ist und wir in so jungen Jahren schon Bekanntschaft mit einem Topspieler machen können“, sagt Jann. „Es ist cool, man lernt viel Taktik und Technik“, weiß auch der Heddesheimer Sven Bangert das Angebot zu schätzen. Sein jüngerer Bruder Tim hat ebenso mitgemacht wie Vince Haubner, Roman Sydlo und sechs erwachsene Teilnehmer. „Das ist sensationell, und ich würde Vini Font am liebsten sofort als Trainer adoptieren“, sagt Svens Mutter Anja Bangert. „Das ist eine total tolle Gelegenheit, mit dem Sport in Berührung zu kommen, und super, wie kindorientiert und motivierend der Trainer arbeitet“, freut sich Nicole Roggenstein für ihren neunjährigen Sohn Vince.