Ladenburg

Ladenburg FWV-Fraktionsvorsitzende Gudrun Ruster bewertet trotz manchmal unterschiedlicher Positionen die Arbeit im Gemeinderat als positiv

„Es wurde mitunter hitzig diskutiert“

Archivartikel

Die Sommerpause gilt als Halbzeit des kommunalpolitischen Jahres. Eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, einen Ausblick zu wagen und auf aktuelle Themen einzugehen. Gudrun Ruster, die Vorsitzende der FWV-Fraktion, will das von der Verwaltung in Auftrag gegebene Hallen-Gutachten abwarten, bevor sie zu diesem Dauerbrenner der Kommunalpolitik Position bezieht.

Frau Ruster, wie ist die Halbjahresbilanz der FWV-Fraktion?

Gudrun Ruster: Durch die von uns allen gewollte Entwicklung der Nordstadt und damit verbundenen Aufgabenstellungen fällt die Halbjahresbilanz arbeits- und zeitintensiv aus. Positiv empfinde ich, dass weitere Projekte angestoßen und teilweise umgesetzt wurden. Freibad und Musikschule, deren Existenz zwar nicht zur Debatte stand, jedoch durch die Höhe der Zuschüsse immer wieder für Diskussionen sorgen, Ausbau der Kinderbetreuung, Wirtschaftsförderung und Stärkung des Einzelhandels gehörten unter anderem als weitere Themen dazu.

Gibt es einen bindenden Ratsbeschluss, dass ein Teil der städtischen Flächen in der Nordstadt in Erbpacht vergeben wird? Bürgermeister Schmutz sieht das nicht so.

Ruster: Dies sehen wir wie Bürgermeister Schmutz . Unserer Meinung nach gibt es diesbezüglich keinen bindenden Ratsbeschluss.

Gab es weitere strittige Punkte im Gemeinderat?

Ruster: Es wurde mitunter hitzig diskutiert, aber als Streit würde ich es nicht bezeichnen.

Wie bewertet die FWV-Fraktion die Zusammenarbeit mit Verwaltung und anderen Fraktionen?

Ruster: Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den anderen Fraktionen bewerten wir als gut. Wenn es Unklarheiten gibt, wird miteinander gesprochen. Das ist für mich wichtig. Persönlich komme ich gut mit Bürgermeister Schmutz aus, meine Fraktionskollegen ebenso. Er macht einiges anders als sein Vorgänger, das ist klar. Dies empfinde ich jedoch nicht als Nachteil, zum Beispiel bei den verkürzten Debatten um den Etat. Er legt viel Wert auf Zeitmanagement. Der Einstellung eines Referenten haben wir zugestimmt. Davon erhoffen wir uns, dass sich der Bürgermeister verstärkt auf die Zukunftsaufgaben für Ladenburg konzentrieren kann.

Wie steht Ihre Fraktion zu dem vor allem von Sportvereinen dringend gewünschten Anbau an die Lobdengauhalle?

Ruster: Wir wissen, dass durch die fehlenden Hallenkapazitäten die Vereine im Trainingsablauf oft Einschränkungen hinnehmen müssen. Zu Recht wird immer wieder die Frage gestellt, wann denn endlich die „Halle“ kommt. Diese Antwort ist nach wie vor offen. Wir setzen große Hoffnung auf das Ergebnis des Gutachtens, welches von der Stadt in Auftrag gegeben wurde. Dies warten wir ab. Danach werden wir die finanzielle Situation anschauen und entscheiden, welchem Verwaltungsvorschlag wir folgen werden.

Wie will sich Ihre Fraktion im Hinblick auf die Kommunalwahl 2019 profilieren?

Ruster: Selbstverständlich haben wir uns bereits Gedanken gemacht, aber es ist noch nichts spruchreif. Wir werden in unseren Sitzungen nach der Sommerpause das Thema „Kommunalwahl“ verstärkt angehen.

Treten alle FWV-Räte erneut an?

Ruster: Die Frage kann ich noch nicht abschließend beantworten. Darüber haben wir noch nicht final gesprochen. Ich selbst habe es mir wegen meines Alters und meiner langen Zugehörigkeit zum Gemeinderat überlegt. Unterwegs werde ich allerdings oft angesprochen und darin bestärkt, nochmals zu kandidieren.

Streben Sie wieder den Fraktionsvorsitz an?

Ruster: Dazu kann ich heute natürlich noch nichts sagen. Wichtiger ist mir, die vier Sitze im Gemeinderat halten zu können.

Weshalb haben Sie sich den Marktplatz als Hintergrund für unser Bild ausgewählt?

Ruster: Ich gehe auf den Markt, auch um mich dort mit den Leuten zu unterhalten. Da ist Leben, da bekomme ich Informationen.