Ladenburg

Ladenburg 27. „Rock at Church“ macht Kirchengarten zum Paradies für Fans / Zwölf Bands treten am 8. /9. September für guten Zweck auf

Es werde Rock: Dawedda und Dirty Deeds am Start

Archivartikel

Das zweitägige „Rock at Church“-Open Air (RaC) gehört inzwischen zum Altstadtfest in Ladenburg wie Flohmarkt, malerische Gassen und Altstadtmusikanten. Die 27. Auflage des Benefiz-Festivals unter freiem Himmel und mit freiem Eintritt gibt erneut zwölf Bands eine Bühne. Für Freunde härterer rockmusikalischer Gangarten wird der evangelische Kirchengarten fast zum Paradies: „Es werde Rock“, so könnte das Motto in Anlehnung an die biblische Schöpfungsgeschichte auch lauten.

Denn genau so, „Let There Be Rock“, heißt ein legendäres Album der australischen Kultrocker von AC/DC. Deren Songs interpretieren die berühmten Dirty Deeds aus Heidelberg zum krachenden Finale am Sonntag, 9. September. Selbstverständlich ist dieser Bandname einem der AC/DC-Songs entlehnt, die Sänger Bon Scott zu Lebzeiten unsterblich gemacht hat. Strikt nur starke Stücke aus dieser Ära kommen Dirty Deeds-Frontmann Marcus „BC“ Pföhler als einer der rauesten Rockröhren dieser Region über die Lippen. Damit begeisterte er bereits nicht nur die Heavy Metal-Jünger beim gigantischen Wacken Open Air, sondern auch Bundeswehrsoldaten im afghanischen Kabul. „Mit Dirty Deeds haben wir zum ersten Mal eine Band quasi geschenkt bekommen“, erklärt der evangelische Diakon Thomas Pilz, wie es zu diesem spektakulären Auftritt kommt. Grundsätzlich zahle die Kirchengemeinde ja keine Gage. Doch wollte ein Sponsor diese Band gerne dabei haben und bot den Organisatoren an, den Gig zu sponsern. „Dieses Verfahren ist mal ein Versuch, soll aber natürlich nicht zum Standard werden“, beteuert Pilz.

„Bock zu feiern“

An AC/DC-Klassikern wie „TNT“, „The Jack“ und „Highway To Hell“ haben die Musiker von „Dawedda“ ebenso allergrößten Spaß: Die Lokalmatadoren aus Ladenburg und Umgebung zählen zum „RaC“-Urgestein. Nach ihrem umjubelten Comeback vor drei Jahren und einem weiteren Auftritt 2016 an Ort und Stelle werden sie mit ihrem humorvollen Mundart-Metal bereits am Samstag, 8. September, als Hauptband des Abends den Platz vor der Kirche wieder mühelos füllen können.

Dieser „olwere“ Spaß mit Kurpfälzer Texten von Sänger Markus Seitz und den tonnenschweren Riffs bekannter Heavy Metal-Nummern wird sicher wieder „Laut Und Hässlich“, so der selbstironische CD-Titel von 2017. Die Altstadtfest-Hymne von Dawedda, nämlich „Mir hawwe Bock zu feiern“ zur Melodie von „We´re Not Gonna Take It“, darf ebenso nicht fehlen. Doch wären Dawedda nicht Dawedda, wenn sie nicht auch wieder ein Band-Shirt zum bevorstehenden „RaC“-Auftritt herausgebracht hätten. Und auf welchen AC/DC-Song spielt der Facebook-Kommentar zum günstigen Preis von 19,92 Euro an? Genau: auf „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“, also schmutzige Sachen für wenig Geld.

„Auch dieses Mal hatten wir wieder viermal so viele Bewerbungen aus ganz Deutschland wie Plätze“, freut sich Pilz für das fünfköpfige Komitee, dass sich durch die knapp 50 Demo-CDs oder digitale Klangproben gehört und die zwölf Bands schließlich ausgewählt hat.

Fünf davon sind gute Bekannte bei RaC: Die unbedingt hörenswerten Hockenheimer Beatles- und Britpop-Liebhaber von Used, Ladenburgs grandiose Liedermacher von Papperlapapp, die famose Römerstadt-Rockband Lenner sowie Luthermusical-Stimmen Pascal & Rouven. Erstmals zu Gast sind Too Late (Mannheim), Arcadien (Frankenthal) und Modeste (Landau) am Samstag sowie Endless Second (Karlsruhe), First Of All (Mannheim) und Firstborn Unicorn (Frankfurt/M.) am Sonntag. Der Erlös kommt der eigenen Jugendarbeit, UNO-Flüchtlingshilfe im Jemen und einer Schule in Peru zugute.

Info: Infos im Internet: www.rockatchurch.de