Ladenburg

Ladenburg Grünen-Fraktionssprecher Alexander Spangenberg bedauert Verzögerungen beim Ausbau der Kinderbetreuung

„Ärger der Eltern können wir verstehen“

Archivartikel

Die Sommerpause gilt als Halbzeit des kommunalpolitischen Jahres. Eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, einen Ausblick zu wagen und auf aktuelle Themen einzugehen. Alexander Spangenberg, der Fraktionssprecher der Grünen, spricht sich für einen Bürgerfonds aus, um einen Teil der Kosten für eine neue Sporthalle aufzubringen.

Herr Spangenberg, wie sieht die Zwischenbilanz der Grünen-Fraktion für 2018 aus?

Alexander Spangenberg: Das Hauptereignis war die Verabschiedung des Bebauungsplans Nordstadt. Wir haben zwei Anträge auf Einstellung einer Planungsrate für einen neuen Kindergarten gestellt. Leider sind wir auch in diesem Jahr damit gescheitert. Das war eine Niederlage. Wir haben schon früh den auf die Einrichtungen zukommenden Druck gesehen und sehen uns durch die aktuelle Entwicklung bestätigt. Den Ärger der Eltern können wir verstehen. Man flickt da und da, aber man löst das Problem nicht.

Gibt es einen bindenden Ratsbeschluss, Teile der gemeindeeigenen Flächen in der Nordstadt in Erbpacht zu vergeben? Bürgermeister Schmutz verneint dies.

Spangenberg: Erbpacht ist für viele Menschen aufgrund der aktuell niedrigen Bankzinsen uninteressant geworden. Der Beschluss hat keine bindende Wirkung, weil er sich nicht auf den aktuellen Etat bezieht, sondern auf die mittelfristige Finanzplanung. Es gab zwar eine Mehrheit für den Antrag, aber wenn es um die Vergabe der Grundstücke geht, wird das Thema nochmals diskutiert.

Das Hallenproblem ist nach wie vor ungelöst. Wie könnte sich Ihre Fraktion eine baldige Lösung vorstellen?

Spangenberg: Wir müssen neue Kapazitäten schaffen. Schulsport zählt zu den Pflichtaufgaben. Zur Kür zählt dagegen, dass sporttreibenden Bürgern Möglichkeiten geboten werden. Wir denken über eine neue Halle nach. Die Lobdengauhalle muss saniert werden und stünde dann für den Sport nicht zur Verfügung. Deshalb sollten wir neue Wege gehen, wobei über einen Standort noch nicht entschieden ist. Auch über die Finanzierung sollten wir neu nachdenken. Wir haben schon früh einen Bürgerfonds als mögliche Kofinanzierung ins Gespräch gebracht: Wenn beispielsweise 1000 Bürger je 1000 Euro spenden, hätten wir etwa ein Drittel der Baukosten zusammen. Wann die Halle steht, kann ich Ihnen nicht sagen.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen und der Verwaltung?

Spangenberg: Generell gut. Natürlich gibt es im Gemeinderat unterschiedliche Meinungen. Auch mit der Verwaltung und dem neuen Bürgermeister klappt es gut.

Während Ihrer Jahreshauptversammlung haben Sie Teile der CDU als Blockierer in Sachen Nordstadt bezeichnet.

Spangenberg: Darüber möchte ich mich jetzt hier nicht äußern, weil wir darüber eine Aussprache mit der CDU anstreben.

Wie will sich Ihre Fraktion für die Kommunalwahlen im Mai 2019 profilieren?

Spangenberg: Indem wir die wichtigen Themen ansprechen, die für Ladenburg eine Rolle spielen. Das wäre zum Beispiel das große Thema Klimaschutz. Der heiße Sommer zeigt, dass es immer wichtiger wird. Auch deshalb müssen wir bei der Ausweisung von Flächen, die versiegelt werden, sehr vorsichtig sein. Bei einer eventuellen Erweiterung der Nordstadt müssen wir über Passivhäuser und Plus-Energiehäuser reden, die mehr Energie erzeugen als sie benötigen. Kritisch sehen wir die Anbindung der neuen Neckarbrücke an die L597. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens befürchten wir Staus. Wir wollen auch die Pläne der Deutschen Bahn thematisieren, die für Ladenburg durch die Neubaustrecke und das damit verbundene hohe Güterverkehrsaufkommen zu erheblichen Belastungen führen können. Außerdem müssen wir das wichtige Thema „Betreuungsplätze für Kinder“ und eine neue angemessene Gebührenstruktur endlich angehen.

Treten alle Mitglieder Ihrer Fraktion erneut zur Wahl an?

Spangenberg: Das kann ich noch nicht sagen. Wir wollen es bis zum Jahresende einvernehmlich entscheiden. Und: Vier Ratsmitglieder sind zu wenig. Wir wollen wachsen.

Werden Sie den Fraktionsvorsitz anstreben?

Spangenberg: Das entscheidet die Fraktion. Da wird gewählt.

Weshalb haben Sie sich ausgerechnet den Benzpark als Hintergrund für unser obligatorisches Bild ausgewählt?

Spangenberg: Weil das eine wunderschöne grüne Fläche mit wunderschönen alten Bäumen ist, die als Staubfilter und Sauerstofflieferant eine wichtige Rolle spielen.