Kultur

Haste Töne The Ukulayers an Bord des Museumsschiffs

Weltmusik fast auf Weltniveau

Archivartikel

Die vorletzte in diesem Sommer zu Gehör gebrachte Haste-Töne-Session auf dem Mannheimer Museumsschiff bestritt die hinreißende Gruppe Ukulayers. Die Ukulele ist ein in vier Stimmungen gebautes, einen unverwechselbaren Klang erzeugendes gitarrenartiges Zupfinstrument, das von Hawaii aus erst die USA und dann die ganze Welt eroberte – und das hier in voller Pracht zum Einsatz kam. Die Gruppe ist ein echtes Mannheimer Gewächs mit Filsbach-Hintergrund, in vielen wichtigen Sozialprojekten engagiert. Sie gab auf dem nur halb besetzten Dampfer einen guten Einblick in ihr kreatives Tun.

Eigene einprägsame Lieder

Die Ukulayers , das sind Peter Tröster (Harp, Tenor- und Banjo-Ukulele), Maris Clemens (Gesang, Bariton-Ukulele), Mascha Grudina (Concert-Ukulele), Julia Donat (U-Bass-Ukulele) und Ben Haug am Schlagzeug. Sie spielten überwiegend eigene, sehr abwechslungsreiche, immer einprägsame Songs. Mit großer Virtuosität gestalteten sie ihr so spannendes wie unterhaltsames Programm „A fanegadas“ (was auf Spanisch in Hülle und Fülle heißt).

„Baby I Love You“ von Aretha Franklin war gleich zu Beginn ein Highlight, das die ausdrucksvolle Maris Clemens so markant und zündend anzugehen wusste wie die nicht weniger brillante Band. Mit ihrem unverwechselbaren Sound gaben die Ukulayers dann Bob Dylans furioses „Don’t Think Twice“, das Trösters Mundharmonika genial in Szene setzte. Mit Bravour bewältigten sie ihre eigenen intensiven Nummern von „Why Did You Never Say I Love You“ über das elektrisierende „Just Think“ bis zum großartigen „Again“.

Leise Instrumentalsoli bereiteten auf expressive Stimmgewalt, vom Schlagzeug schmissig unterstützt, genauso vor wie anderseits die virtuose Sängerin ihr starkes Team von Song zu Song zu Höchstleistungen peitschte. Überhaupt Maris Clemens – ein Organ mit Gänsehautgarantie. Sie hätte Glas zersingen können. Nicht unterschlagen werden darf die fulminante Lichtshow, die die Bühne ins Licht des schönsten karibischen Sonnenunterganges tauchte. Förmlich von den Stühlen riss die Hörer das vitale „Take Me To The River“. Schließlich die Zugabe: Beim Ohrwurm „Going Up The Country“ gab’s beim Publikum kein Halten mehr. Ein launiges, höchst feuriges Programm voll Witz und Drive.