Kultur

29. Würth-Preis der JMD Die ausgezeichnete Violinistin Patricia Kopatchinskaja begeisterte mit außergewöhnliche Konzertabend

Türöffnerin ins Innere der Musik

„Sie geht ihren ganz eigenen, mutigen Weg quer durch den musikalischen Klassiksektor – und bleibt dabei vor allem sie selbst. Sie zählt zu den großen Geigerinnen der gegenwärtigen klassischen Musikszene, arbeitet mit namhaften Künstlern, Dirigenten und Orchestern zusammen, steht auf den berühmtesten Konzertpodien der Welt – und lässt sich nicht in das Korsett des hochglänzenden Klassik-Betriebs zwängen. Ihre stilistische Vielseitigkeit und instrumentale Virtuosität geraten niemals zur Attitüde, sind stets Wegweiser und Türöffner ins Innere der Musik“, heißt es in der Begründung des MJD-Präsidiums. Dafür wurde die moldauisch-schweizerische Violinistin Patricia Kopatchinskaja am Dienstagabend im Rahmen eines außergewöhnlichen Konzertabends im Reinhold-Würth-Saal des Carmen Würth Forums mit dem Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland (MJD), einer der exklusivsten Auszeichnungen in der deutschen Musiklandschaft, bedacht.

Für den Präsidenten der JMD, Johannes Freyer, der zusammen mit Professor Dr. Reinhold Würth den mit 15 000 Euro dotierten Preis überreichte, ist Patricia Kopatchinskaja „eine Botschafterin für existenzielle Lebendigkeit klassischer Musik in unserem Leben“, wie er bei der Übergabe betonte.

Die Laudatio auf die Preisträgerin, die schon einmal im Carmen Würth Forum zu Gast war, hielt der Leiter der Kulturredaktion des Donaukurier, Jesko Schulze-Reimpell. Für ihn ist die neue Preisträgerin die ungewöhnlichste und bemerkenswerteste Künstlerin der klassischen Musikszene. „Sie ist einfach anders und sie lässt Musik in einem anderen Licht erscheinen. Sie will Feuer, Intensität und Interpretationskraft ausdrücken. Alles klingt dramatischer, ungewöhnlicher, revolutionärer und neuartiger“.

Für ihn sei Patricia Kopatchinskaja die ungewöhnlichste Geigerin der Gegenwart, die in keine Schublade passe. „Ein Konzert ist für sie erst dann gelungen, wenn etwas Besonderes passiert ist“. Für Professor Dr. Harald Unkelbach, der die Gäste im Namen der Adolf Würth KG willkommen hieß, die den Preis seit 29 Jahren auslobt, wird in der persönlichen Art der Künstlerin und ihrer Ausdrucksformen deutlich: „Für sie ist Kunst Feuer und nicht Asche“.

Der Präsident der MJD, Johannes Freyer, ging auf die persönliche Art und Weise der Künstlerin ein, die immer bemüht sei, das Publikum an der Musik teilhaben zu lassen. Für Kopatchinskaja sei Repertoire keine Routine und sie versuche mit ihrer Arbeit immer Neues in der Musik zu schaffen. Mit unbändiger Neugier spüre sie überraschende Aspekte im scheinbar Vertrauten auf und widme sich spannenden Konzepten der zeitgenössischen Musikszene.

An die Adresse der Würth Stiftung gerichtet, die die finanzielle Grundlage des Preises garantiert, hob Freyer deren Wichtigkeit hervor. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich, Patricia Kopatchinskaja als Botschafterin der Kunst sichtbar zu machen.

Stiftungsvorsitzender Professor Dr. Reinhold Würth griff den Gedanken auf. Die Kooperation mit der MJD sei für ihn immer sehr bereichernd gewesen und die lange Liste der Preisträger mache deutlich, dass viele davon heute „ganz oben“ angelangt seien. In diesem Zusammenhang sprach Würth auch die Neueröffnung der „Tauber-Philharmonie“ in Weikersheim an, die man aus Sicht der Stiftung wohlwollend begleiten werde, „auch finanziell, wenn das mal nötig sein sollte“. Ein Schlusssatz, den man in der ganzen Kulturregion Hohenlohe sicher mit großem Interesse registriert und auch gerne hört.

Die Preisträgerin selbst bedankte sich für die Auszeichnung, zeige sie doch, dass sie mit ihren Kollegen offenbar auf dem richtigen Weg sei. „Musiker brauchen offene Ohren, offene Augen und offene Herzen und sie sollen immer neugierig sein“. Mit dem Preisgeld, so Patricia Kopatchinskaja, wolle sie ein neues Musikprojekt finanzieren.

Der Würth Preis der Jeunesses Musicales Deutschland ist seit 1991 eine der exklusiven Auszeichnungen in der deutschen Musiklandschaft. Er wird an Künstler, Ensembles oder Projekte verliehen, die Werte und Zielsetzungen der JMD vorbildhaft verwirklichen.

Den Preis erhielten Persönlichkeiten wie die Dirigenten Claudio Abado und Gustavo Dudamel, der Percussionist Martin Grubinger oder die Geigerin Sol Gabetta, Ensembles wie das Bundesjugendorchester, Projekte wie das Education-Programm der Berliner Philharmoniker, das Nicaraguaprojekt von Dietmar Schönherr „Casa des los tres Mundos“ oder das Stegreif-Orchester, das im Vorjahr die Besucher im Carmen Würth Forum begeisterte.

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