Kultur

Zeitgenössische Musik Ab heute 26. Musiktage der Klangwerkstatt in Mannheim

Reformation im Jungbusch

Die Klangwerkstatt Mannheim e. V. lädt auch dieses Jahr wieder zu Musiktagen ein. Von heute bis Sonntag, 15. Oktober, bietet sie erneut die Möglichkeit, im Laboratorio 17 (Jungbuschstraße 17) zeitgenössische Musik zu erleben. Die 26. Ausgabe findet unter dem Motto "500 Jahr Reformation, 100 Jahre Revolution" statt. Passend dazu wird das Musiktheaterstück "Und sie rührten an den Schlaf der Welt", geschrieben von Hans-Karsten Raecke, Marlis und Wolfgang Helfritsch und Jane Zahn, mit Musik von Raecke und Hanns Eisler, uraufgeführt.

Ein Außerirdischer besucht dabei die Erde und stellt Fragen zur Weltgeschichte, es werden der Reformator Luther und der Revolutionär Lenin durch Zitate auf die Bühne geholt. Zu sehen ist das am Sonntag (17 Uhr). Am Samstag interpretiert Tenor Ingo Wackenhut ab 19.30 Uhr Gedichte von Morgenstern und Ringelnatz nach einer Bearbeitung Raeckes im Format "Morgennatz und Ringelstern". In der zweiten Hälfte entstehen auf Grundlage von Schwitters-, Arp- und Huelsenbeck-Gedichten "Dada Lieder".

Neue "Ur-Zeit-Rhythmen"

Auch der Geiger Nicolaus Richter De Vroe ist als Musiker an den Musiktagen beteiligt. Am heutigen Freitag (19.30 Uhr) tritt er als Sologeiger unter dem Programmpunkt "Ins Nichts" auf. Nach einer Pause improvisieren der Geiger und Raecke über 13 Seiten aus 13 Büchern, unter anderem der Relativitätstheorie und Texten von Schopenhauer, Heine und Nietzsche - passend zu Freitag, dem 13. Zum Abschluss der Musiktage präsentiert Raecke als Klangmagier neue "Ur-Zeit-Rhythmen".

Dazu will er selbstentwickelte Instrumente - ein Bild-Klang-Generator, eine Oreon-Harfe, ein Gummiphon, eine Ventil-Zug-Maschine und eine Bambus-Schalmei - verwenden. Eine Lichtinstallation von Raimund Becker ergänzt die Darbietung. Der Eintritt kostet für alle Veranstaltungen 10 Euro, für Mitglieder der Musikwerkstatt ist er frei. aspar