Kultur

Hafensommer Vom 19. Juli bis 4. August verschmelzen Weltmusik und Klassik, Jazz und Hiphop / Indie Rocker von Kettcar am 26. Juli auf der Schwimmbühne

Musikalische Grenzgänger entdecken

Es soll ein Festival für Entdecker werden: Zum 13. Mal steigt vom 19. Juli bis 4. August auf der Freitreppe der Würzburger Hafensommer mit einem spannenden Mix von Jazz bis Indie-Rock. An 17 Abenden stehen traditionelle Musikstile und neue Ausdrucksformen im Mittelpunkt.

„17 Abende Hafensommer sind mehr als 17 Konzerte“, betonte der Kulturreferent der Stadt Würzburg, Achim Könneke bei der Programmvorstellung am Dienstag auf dem „Boot“ im Alten Hafen. Mit einem attraktiven Programm und Musik vom Feinsten warten die Macher bei der 13. Auflage auf. Für die neue Leiterin des Fachbereichs Kultur der Stadt, Kathrin Jacobs, „verschwimmen beim Hafensommer die Grenzen zwischen Jazz und Weltmusik, zwischen Pop-, Klassik- und Rockmusik, zwischen Avantgarde und Etabliertem, zwischen örtlichen Kulturakteuren und internationalen Weltstars“. Den Blick auf Neues erweitern will dieses „Grenzgängerfestival“, so Jacobs. Eröffnet wird es auf der schwimmenden Bühne wieder mit der „Sparda-Bank Classic Night“ am 19. Juli. Das Philharmonische Orchester Würzburg wird zusammen mit der israelischen Band Shalosh zu einer Gratwanderung zwischen Jazz, Klassik und Electronic.

Große Namen sind in Würzburg zu erleben: Kettkar (26. Juli), Moka Efti Orchestra (31. Juli), Dota (4. August) oder auch Käptn Peng & die Tentakel von Delphi (1. August) kommen auf die schwimmende Bühne. Gleich viermal steht Indie Rock auf dem Programm.

Themenabend

Aber auch Weltmusik bei der „Istanbul Night“ ist zu erleben. Die Stadt steht nach Tel Aviv im letzten Jahr und dem Themenabend Magreb 2017 im besonderen Blickpunkt. Mit BaBu Zula, bekannt aus dem Film „Crossing the Bridgde“ von Fatih Akin, hat man eine ganz besondere Formation an den Main geholt. Die Musiker atmen den Sound der Metropole Istanbul. Zusammen mit der Klangforscherin Gaye Su Akyol werden sie am 2. August zu erleben sein.

Ein zweiter Themenabend steht mit „Latina Beatz“ am 25. Juli auf dem Programm. Somos Guerreras und La Yegros sorgen mit femininem Hiphop für kritische Töne. Über die Geschichte Nigerias, über politische und soziale Fragen singt Nneka, die in Jazz und Hiphop gleichermaßen zuhause ist. Sie alle bringen gesellschaftspolitische Themen musikalisch auf die Bühne.

Die Vermischung der Genres beginnt bereits am 20. Juli, wenn Juan de Marcos’ Afro Cuban All Stars die Bühne erobern. Der Erfinder und Wegbegleiter des Buena Vista Social Clube ist für Lutz Engelhardt vom Programmteam einer der Höhepunkte der Reihe. Und gleichzeitig das „aufregendste Orchester der Insel“. Hier verschmilzt kubanische Musik zu einer enormen Stilvielfalt. Für Jazz-Freunde gibt es einen eigenen Abend mit dem Harrycane Orchestra, dem Omer Klein Trio und China Moses am 28. Juli. Eine Rarität in Würzburg wird das Konzert von Charlie Cunningham. Der Singer-Songwriter aus Oxford besticht mit Gitarre und glasklarem Gesang, mit Eleganz und Melancholie.

Der Hafensommer will aber auch Würzburger Künstler auf die Bühne holen. Einer ist in diesem Jahr Markus Rill, der mit seiner Band nicht nur das neue Album „Songland“ vorstellt, sondern zusammen mit Gästen am 24. Juli „Lieblingssongs“ spielen wird.

Neue Wege geht man beim Hafensommer mit der Impro-Show „Radio Luv“ am 29. Juli, mit Lena Försch („Der Kaktus“), Nils Hübenbecker („Red Manhole“) und Gästen. Das Publikum darf mitbestimmen, was gespielt wird und was auf der Bühne passiert. „Unterhaltsam und spannend wird das auf alle Fälle“, findet Ralf Duggen vom Organisationsteam.

Bei der Hafentour am 21. Juli darf man das komplette Quartier mit seiner Vielfalt entdecken und der Junge Hafen (23. Juli) gibt Nachwuchsbands ein Podium und allen Interessierten die Möglichkeit, bei verschiedenen kostenlosen Workshops ihre Kreativität auszuleben.