Kultur

Klassik Salzburg eröffnet an diesem Samstag die 100. Auflage / Strikte Hygienebestimmungen, regelmäßige Tests, geschlossene Toiletten

Festspiele im Zeichen der Corona-Krise

Archivartikel

Im Zeichen ihres 100-jährigen Bestehens und strenger Hygienemaßnahmen beginnen an diesem Samstag die Salzburger Festspiele. Als erste von zwei Opern-Neuinszenierungen steht am Eröffnungsabend in der Felsenreitschule Richard Strauss’ mythischer Einakter „Elektra“ (Regie: Krzysztof Warlikowski, Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst) auf dem Programm, gefolgt von der Wiederaufnahme des „Jedermann“ in der Inszenierung von Michael Sturminger auf dem Salzburger Domplatz. Das Mysterienspiel aus der Feder von Hugo von Hofmannsthal war vor 100 Jahren erstmals in Salzburg gespielt worden, die „Jedermann“-Premiere vom 22. August 1920 gilt als Gründungstag der Salzburger Festspiele.

Uraufführung von Handke-Werk

Am Sonntag gibt es mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Così fan tutte“ (Regie: Christof Loy, Musikalische Leitung: Joana Mallwitz) im Großen Festspielhaus eine weitere Premiere, gleich anschließend im Landestheater dann die mit Spannung erwartete Uraufführung des Schauspiels „Zdenec Adamec“ aus der Feder von Literaturnobelpreisträger Peter Handke.

Als eines der wenigen großen Musik- und Theaterfestivals in Europa waren die Salzburger Festspiele nicht wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Allerdings wurde das Programm zusammengestrichen und modifiziert. Statt ursprünglich geplanter 200 Vorstellungen an 16 Spielstätten wird es nun nur noch 110 Vorstellungen an acht Spielstätten geben.

Außerdem gelten strikte Hygienebestimmungen vor und hinter der Bühne. So müssen sich alle Künstler regelmäßig auf das Virus testen lassen und zum Teil ein Kontakttagebuch führen. Für das Publikum gilt Maskenpflicht auf allen Gängen; die Eintrittskarten sind personalisiert und nur zusammen mit einem Ausweis gültig. Generell gibt es nur Stücke ohne Pause, Toiletten und Buffets bleiben geschlossen.

„Jedermann“-Tag am 22. August

Weitere Höhepunkte sind ein Zyklus sämtlicher Klaviersonaten Ludwig van Beethovens mit dem Pianisten Igor Levit, eine Konzertreihe der Wiener Philharmoniker, zwei Gastkonzerte der Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko sowie ein Arienabend mit Anna Netrebko und ihrem Gatten, Tenor Yusif Eyvazov.

Am 22. August findet ein „Jedermann“-Tag im Festspielbezirk und der Felsenreitschule statt, bei dem neben dem aktuellen „Jedermann“ Tobias Moretti auch alt gediente „Jedermann“-Darsteller wie Klaus Maria Brandauer und Peter Simonischek zu erleben sind. Moretti hatte vor Kurzem angekündigt, in diesem Jahr zum letzten Mal als „Jedermann“ zu sehen zu sein. 

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