Kultur

Pop Poor Genetic Metal mit neuem Album „Here Now“

Den Augenblick betonen

Fast vier Jahre nach dem hochgelobten Album „Absence“ veröffentlicht Poor Genetic Material am 18. September ihren neuen Longplayer „Here Now“. Einmal mehr macht es einem die Gruppe nicht leicht, Vergleiche mit anderen Bands zu ziehen. Dank ihrer hohen Musikalität und dem originellen Songwriting gelten sie wohl seit „Island Noises“ und „A Day In June“ als eine der bekanntesten deutschen Progressive- und Artrock-Bands.

Die Formation aus der Region gründete sich vor fast 20 Jahren und ist seit 2007 in der aktuellen Besetzung zusammen, wobei Ex-Beggars-Opera-Frontmann Martin Griffiths seit „Island Noises“ 2011 mehr als nur der „Special Guest“ ist. Poor Genetic Material, das sind Leadsänger Griffiths sowie die, auch durch die Gruppe Autumnal Blossom bekannte, Musikpädagogin Pia Darmstädter und Gitarrist Stefan Glomb. Philipp Jaehne (Keyboard) und Bassmann Dennis Sturm bilden mit Dominik Steinbacher (Drums) das Soundgerüst.

Schwetzingen als Inspiration

Im Mittelpunkt von „Here Now“ mit Titeln wie „Serendipity“, „The Waiting Game“ oder dem spannenden, hochmelodischen „Note From My Younger Self“ steht der Longtrack „The Garden“, der sich in fünf Untertitel gliedert. Hier zeigt der 70-jährige Griffiths, dass seine Stimme nichts an Kraft und Faszination verloren hat. Griffiths ist vom Schwetzinger Schlossgarten, dem Rokoko-Theater und den historischen Geschehnissen des 18. Jahrhunderts inspiriert. So spielen in „The War“, „The Garden“ „The Theater“, „The Silver Peacock“ und „The Peace“ etwa der in Schwetzingen geborene „Prinz Max“ Maximilian Joseph von der Pfalz (1756-1825) oder Pfalzgraf und Kurfürst Carl Philipp Theodor (1724-1799) tragende Rollen. Dabei werden alle Facetten des Musikstils mit Tempowechseln, Überraschungen und Wendungen deutlich.

Poor Genetic Material entlieh den Namen einer Comic-Figur von Charlie Brown. „Wenn es so etwas wie eine Bandphilosophie gibt, dann besteht sie in dem Versuch, das volle Spektrum der Aufnahmetechnologien zu nutzen, ohne Musik zu machen, die wie am Reißbrett konstruiert klingt“, erklären Glomb und Jaehne. Soll heißen: Es werden vertrackte und sperrige Arrangements zugelassen, ohne die Melodie und Harmonie aus den Augen zu verlieren. „In „Here Now“ wird im Gegensatz zu „Absence“ das Präsente des Augenblicks betont. Ein Album, das mit jedem Hördurchgang gewinnt.

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