Kommentar

Wirkung auch ohne Wirkstoff

Madeleine Bierlein über den Nutzen der Homöopathie

 

Homöopathische Medikamente beruhen auf einem wundersamen Prinzip: Je weniger sie von einer Substanz enthalten, desto stärker soll deren Wirkung sein. Das kann so weit gehen, dass sich der potenzierte, also gestreckte Grundstoff nicht mehr in Globuli oder Salben nachweisen lässt. Dennoch bezahlen inzwischen sehr viele Krankenkassen die alternativen Behandlungen - was vielen Schulmedizinern und auch einigen Politikern ein Dorn im Auge ist. Sie sprechen sich gegen eine Kostenübernahme aus. Sinnvoll ist diese Ablehnung allerdings nicht.

Sicher: Eine Ursächlichkeit, wonach der Wirkstoff zum Beispiel direkt Viren oder Bakterien tötet, kann man bei Globuli ausschließen. Das heißt aber noch lange nicht, dass eine homöopathische Behandlung keine positive Wirkung auf Patienten hätte. Diese gibt es - und die Wissenschaft liefert sogar Erklärungen, warum das so ist.

Da wäre etwa der Placebo-Effekt. Verabreicht man einer Patientengruppe Scheinmedikamente, haben diese eine heilende oder lindernde Wirkung. Das gilt für so verschiedene Krankheiten wie Kopfschmerz und Parkinson. Abgesehen von den Effekten der (Schein-)Medikamente dürfte noch ein weiterer Aspekt eine große Rolle spielen: Zeit und Zuwendung des Therapeuten. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich ausführliche Arzt-Patienten-Gespräche positiv auf die Behandlung auswirken. Nur: Welcher Arzt hat heute noch ausreichend Zeit für seine Patienten? In der Homöopathie hingegen gehört ein ausführliches Erstgespräch immer dazu.

Auf die positiven Effekte der alternativen Heilmethode zu verzichten, wäre daher mehr als fahrlässig. Dazu kommt: Gerade einmal 0,01 Prozent der Leistungsausgaben der Krankenkassen werden dafür aufgewendet. Klingt fast nach einem homöopathischen Wirkprinzip.