Kommentar

Wichtiger Zuwachs

Peter W. Ragge zur Bedeutung der Jugendfeuerwehr

Der beeindruckende, spektakuläre „Blaulichtumzug“ im März 2017, danach der große „Tag der offenen Tür“ der attraktiven, modernen neuen Hauptfeuerwache – das wirkte wie ein Magnet: Mannheim, lange Zeit Schlusslicht in Baden-Württemberg in Sachen Jugendfeuerwehr, meldet plötzlich eine explodierende Mitgliederzahl an Jungen und sogar Mädchen.

Das ist eine gute Nachricht – aus zwei Gründen. Spielerisch und jugendgerecht den Umgang mit Schläuchen und Kupplungen, Leitern und Knoten sowie Erste Hilfe zu lernen, ist ein sinnvolles Hobby und besser als Computerspiele. Hier erfahren und erleben die Kinder und Jugendlichen Werte wie Kameradschaft, Respekt, Verantwortung, Teamwork, Hilfsbereitschaft – sprich wichtige soziale Kompetenzen.

Die Jugendgruppen stellen zudem ein äußerst wichtiges Personalreservoir dar. Seit es die Wehrpflicht und damit den Ersatzdienst im Katastrophenschutz nicht mehr gibt, können Freiwillige Feuerwehren Nachwuchs nur noch durch gute Jugendarbeit gewinnen. Und Nachwuchs brauchen sie, denn trotz großer Berufsfeuerwehr sind die Ehrenamtlichen ganz wichtige, unverzichtbare Pfeiler des Brandschutzes, ohne die man sehr viel mehr Beamte dafür einstellen müsste.

Dafür eine – einzige! – hauptamtliche Stelle zu schaffen, ist der richtige Schritt, das Damoklesschwert einer Befristung unverständlich. Vielmehr stellt sich die Frage, wie man die Jugendarbeit noch viel mehr fördert, so dass keine Interessenten abgewiesen und damit enttäuscht werden müssen. Dafür fehlen Räume, teils auch Geld für Ausstattung, denn einen eigenen Etat für die Jugend gibt es nicht. Die Feuerwehr muss deren Arbeit aus dem gleichen Budget bestreiten wie Benzin und Löschmittel.

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