Kommentar

Weit mehr als ein Werbegag

Stefan Skolik zur Premierensaison der „W Series“

Es ist gut, dass es die „W Series“ gibt. Frauen können eine breitere Förderung, Unterstützung und Ausbildung in der Männerdomäne Motorsport gut gebrauchen und ein Stück mehr Gleichheit erreichen – auch wenn ein Platz im exklusiven Fahrerinnenfeld der neuen Klasse schwer zu bekommen ist. Denn das Rahmenrennen des Deutschen Tourenwagen Masters ist weit mehr als nur ein Werbegag, es gibt ordentliche Siegprämien zu verdienen – und der Weg der erfolgreichen Pilotinnen kann durchaus weiter nach oben führen. Das zeigt das Beispiel der Britin Jamie Chadwick, die Premierensiegerin der Gesamtwertung wurde. Vom Williams-Team wurde sie ins Nachwuchsförderprogramm aufgenommen, wird als Entwicklungsfahrerin für das Formel-1-Team tätig sein – sowohl im Werk, als auch auf der Strecke.

Dieser große Erfolg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass zum Einstieg in die Königsklasse des Motorsports leider nicht nur sportliches Können erforderlich ist – sondern vor allem viel, viel Geld. Die Chancen für weibliche Fahrer scheinen also gering. Das Beispiel der sogenannten „Pay-Driver“, den Piloten, die sich mit Millionenbeträgen ihr Cockpit in einem Team erkaufen, macht immer mehr Schule. Aber vielleicht findet sich irgendwann ein mutiger Sponsor, der viel Geld in eine Fahrerin investiert – schaden würde das der Formel 1 sicher nicht.