Kommentar

Vorläufige Erleichterung

Dass Bundestag und Regierung Dieselfahrer in den Großstädten mit einer Lockerung der Grenzwerte auf der Straße halten wollen, mag man als Erleichterung auffassen. Für alle, die ein von Fahrverboten betroffenes Auto besitzen, ist die Lockerung der Stickoxid-Grenze eine gute Nachricht. Aber machen wir uns nichts vor: Wenn die Verkehrswende gelingen soll, muss sich im Verkehr etwas ändern, soviel ist klar. Und zwar in Richtung weniger Autos, mehr Fahrräder, mehr Busse und Bahnen.

Deswegen muss die Stadt den seit Jahren laufenden Ausbau des Radwegenetzes vorantreiben und neue Bahntrassen bauen – auch das dürfte unbestritten sein. Und statt einseitiger Fahrverbote für Diesel bieten sich – sowohl in Anwohner- als auch in den Geschäftsstraßen – generell mehr autofreie Zonen als Mittel zur Senkung der Luftverschmutzung an. Eine Ausweitung der Fußgängerzone in Teilen der Quadrate sollte deswegen nicht länger als Tabu-Thema gelten. Denn ohne nachhaltige Konsequenzen bleibt die Grenzwert-Lockerung nur eine vorläufige Erleichterung.

Zum Thema