Kommentar

Vorbild Lokführer

Rolf Obertreis über die Streiks an den Flughäfen

Eine Flugreise ist von vielen Faktoren abhängig – der Fluggesellschaft, der Funktionstüchtigkeit und Sicherheit ihrer Maschinen, ihrem Personal am Boden und in der Luft, von den Flughäfen, ihren Kapazitäten für Starts und Landungen, ihrem Personal für Abfertigung und Sicherheit. Und vom Wetter natürlich. Alles kritische Faktoren, die eine Reise verzögern und ganz verhindern können, weil Flüge gestrichen werden müssen. An den Flughäfen müssen viele Rädchen perfekt ineinandergreifen. Dabei ist die Bezahlung der Beschäftigten ein großer Risikofaktor.

Aktuell zeigen das die Tarifverhandlungen beim privaten Sicherheitspersonal an den Flughäfen. Es kontrolliert Passagiere, Beschäftigte am Flughafen und die der Airlines und die Fracht – zentrale Aufgaben, ohne die das System nicht funktioniert. Die Bezahlung ist je nach Region tatsächlich höchst unterschiedlich, deshalb ist der Ärger der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verständlich. Und damit im Prinzip auch die Warnstreiks, die heute absehbar Zehntausende Passagiere treffen werden, weil ihre Flüge verspätet starten. Oder gar nicht.

Unverständlich freilich ist, dass Arbeitgeber und Verdi seit rund drei Monaten verhandeln. Man muss erwarten, dass die Kontrahenten endlich zum Abschluss kommen. Es kann nicht sein, dass der Streit weiter zulasten der Passagiere, der Flughäfen und der Fluggesellschaften ausgetragen wird. Gerade erst haben Bahn und Lokführer vorbildlich gezeigt, dass man auch ohne Streiks zu einer vernünftigen Vereinbarung kommen kann.

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