Kommentar

Viel zu wenig

In Deutschland ist Prostitution seit 2002 legal. Der Wildwuchs, der danach mit Flatrate-Bordellen einsetzte und Deutschland zum Puff Europas machte, ist nur teilweise wieder eingedämmt. Aber solange es keine gesellschaftliche und politische Mehrheit dafür gibt, an der Legalität etwas zu ändern, bleibt nur, die Bedingungen zu verbessern.

Das Prostituiertenschutzgesetz von 2017 ist ein winziger Schritt. Wenn sich Prostituierte und Betreiber anmelden müssen und die Bordelle kontrolliert und überwacht werden, kommt ein wenig mehr Licht in die Szene.

Dennoch muss sich niemand Illusionen machen. Die Frau, die sich aus freien Stücken prostituiert, gibt es praktisch nicht. Schon gar nicht zum Billigtarif von 30 Euro. 90 Prozent kommen aus dem Ausland, die meisten blutjung aus Osteuropa. Wer sich prostituiert, tut das nicht aus Freude, sondern aus persönlichen und sozialen Notlagen heraus, oft unter Androhung oder Ausübung von Gewalt. Das sollte sich jeder klar machen, der sich der Frauen bedient. Solange es die Nachfrage gibt, wird sich an den Bedingungen nichts ändern.

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