Kommentar

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Susanne Knaul verurteilt die Entscheidung die USA, die Hilfe für die Palästinenser auszusetzen

Man muss Donald Trump ein wenig verstehen. Da schimpfen die Palästinenser unisono auf den US-Präsidenten, boykottieren ihn als Vermittler bei Friedensverhandlungen, wollen aber gleichzeitig, dass er weiter bezahlt für die fünf Millionen Flüchtlinge, die Schulbildung, medizinische Versorgung und Nahrungsmittelhilfen brauchen. Trumps deutlich pro-israelische Haltung macht es den Palästinensern nicht leicht.

Der Status des Flüchtlings vererbt sich weltweit einzig bei den Palästinensern. Aus 700 000 bei der Staatsgründung Israels sind inzwischen fünf Millionen geworden, und die Zahl steigt.

Außer Jordanien hat sich kein anderes arabisches Land um die Palästinenser gekümmert, die im Libanon und in Syrien Bürger zweiter Klasse mit stark eingeschränkten Rechten sind. Auch daheim hat die korrupte palästinensische Führung die großzügig von der internationalen Gemeinschaft investierten Dollar und Euro nicht genutzt, um die Menschen zur Selbstständigkeit zu führen.

Solange die Zahlungen fortgesetzt werden wie bisher, wird sich nichts ändern. Trotzdem darf man die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, nicht im Stich lassen. Auch die USA tragen Mitverantwortung. Hunderttausende Menschen sind vom Hunger bedroht, wenn die UNRWA sie nicht länger mit Nahrungsmittelpaketen versorgt. Wer den Schülern in den Flüchtlingslagern, den Kranken und den Alten den Rücken zukehrt, der macht es sich zu leicht.

 
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