Kommentar

Überragendes Ansehen

Michael Schwarz über Winfried Kretschmanns Beliebtheit

Die jüngste Umfrage zur Situation in der baden-württembergischen Landespolitik zeigt, dass sich ein Trend weiter verfestigt: Die Menschen wollen Winfried Kretschmann als Ministerpräsident behalten. Seine Zustimmungswerte sind überragend – und selbst neun von zehn CDU-Anhängern sind mit seiner Arbeit zufrieden.

Bei Kretschmann tritt ein ähnlicher Effekt ein wie bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bund: In Zeiten der Corona-Krise schätzen die Bürger deren ruhige und besonnene Art. Für Kretschmanns Herausforderin Susanne Eisenmann (CDU) ist es schwer, in der Beliebtheit zuzulegen. Sie ist zu unbekannt und bekommt in der aktuellen Krise als Kultusministerin den Ärger vieler Eltern und Lehrer ab – und sei dieser oft auch ungerechtfertigt.

Unabhängig von der Ministerpräsidenten-Frage hat die CDU fünf Monate vor der Wahl trotzdem noch alle Chancen, wieder stärkste Kraft im Südwesten zu werden. Fünf Prozentpunkte Rückstand sind in Zeiten einer immer volatiler werdenden Wählerschaft bis März 2021 aufzuholen. Außerdem hatte die CDU in den Umfragen in diesem Jahr leicht die Nase vorn.

Wegen der Fokussierung auf das Duell Kretschmann/Eisenmann können sich die anderen Parteien kaum profilieren. Sie kommen nicht vom Fleck. Das liegt auch daran, dass mehr als zwei Drittel der Bürger mit Grün-Schwarz zufrieden sind. Keine guten Zeiten für die Opposition.

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