Kommentar

Udos Motto

Martin Geiger über das Konjunkturklima

Wenn nach einem langen Sommer die Temperaturen einmal unter 30 Grad fallen, sind die meisten Menschen froh darüber. Wenn es ums wirtschaftliche Klima geht, ist der Reflex dagegen oft ein anderer: Bei der kleinsten Abkühlung wird da schnell eine Eiszeit heraufbeschworen. Das ist jedoch nicht angebracht.

Zwar gibt es einige nachvollziehbare Gründe, die das Ende des seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Hochs als wahrscheinlich erscheinen lassen. Brexit, Handelskonflikte und Fachkräftemangel sollten als Stichworte genügen. Doch von einem dauerhaften Tief kann noch lange keine Rede sein. Denn andere wichtige Kennzahlen stimmen optimistisch. Die Zinsen sollen auf absehbare Zeit niedrig bleiben und Investitionen befördern. Die Zahl der Erwerbstätigen knackt Rekord um Rekord, die Binnennachfrage ist entsprechend hoch, die Steuereinnahmen des Staates ebenfalls noch. Zu anderen Zeiten oder in anderen Ländern käme man angesichts solcher Meldungen aus dem Grinsen kaum heraus. Darum gilt trotz absinkender Konjunkturprognosen Udo Lindenbergs Motto: „Keine Panik“.

Eine Schwalbe macht bekanntermaßen noch keinen Sommer – ein paar Wolken aber auch noch keinen Sturm.

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