Kommentar

Trübe Aussichten

Archivartikel

Wolfgang Mulke zur schwierigen Lage im Luftverkehr

Flugreisende müssen sich wohl auch im kommenden Sommer auf chaotische Zustände an den Flughäfen einstellen. Verspätungen und Flugausfälle sind programmiert, obwohl Airlines wie Lufthansa oder TuiFly ihre Kapazitäten erhöhen wollen. Daran wird auch der Luftverkehrs-Gipfel in dieser Woche nichts ändern. Denn die Infrastruktur am Boden und die Begleitung in der Luft hält mit dem Erfolg der Luftfahrt nicht Schritt. Der Mangel an Fluglotsen ist nur eines der vielen Probleme, wenngleich das wohl größte.

Auf dem ersten Gipfel im vergangenen Herbst wurden viele Verbesserungen in Aussicht gestellt. Gebracht hat es anscheinend noch nicht viel. Die Unzuverlässigkeit der Fliegerei drückt sich auch in der Zahl der Eingaben bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Verkehr aus. Für die Kunden ist es schon ein Fortschritt, dass es sie gibt und alle wichtigen Fluggesellschaften an der Schlichtung teilnehmen.

Besser wäre ein automatisiertes Verfahren, bei dem Fluggäste die ihnen zustehende Entschädigung bei Verspätung oder Stornierung ihres Fluges direkt, unbürokratisch und schnell überwiesen bekommen. Entsprechende Vorschläge liegen längst auf dem Tisch der Politik. Doch bis zur bald bevorstehenden Urlaubssaison wird es damit wohl nichts.