Kommentar

Teures Pflaster

Klaus Neumann über die Umgestaltung des Schulhofs

In den Sommerferien können die Bagger anrollen. Der Technische Ausschuss der Gemeinde Ilvesheim hat die Arbeiten für die Umgestaltung des Außengeländes der Friedrich-Ebert-Schule vergeben. Die Landschaftsgärtner dürfen vier von sieben Einheiten für knapp 272 000 Euro verwirklichen. Möglicherweise sieht man sie ab 2023 wieder, wenn für weitere 130 000 Euro die restlichen drei Planungsschritte in die Tat umgesetzt werden. Das ist viel Holz für den Schulhof einer Grundschule – und sicherlich auch noch nicht die endgültige Summe. Weil die Kosten aber schon jetzt so hoch sind und die Gemeinde Ilvesheim immer auf der Suche nach Sparpotenzial ist, muss man auch die Frage stellen dürfen, ob die Ausgaben gerechtfertigt sind.

Kindern alles gönnen

Auf eines soll aber vor den Antworten noch unbedingt hingewiesen werden. Es ist unbestritten, dass man Kindern alles gönnen sollte – vor allem eine unbeschwerte Kindheit, eine gesunde Entwicklung und eine Schule, die die besten Voraussetzungen für die kindliche Ausbildung bietet. Dazu gehört dann auch, dass die Lernstätte nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aufgestellt ist und über die aktuellsten Unterrichtsmaterialien verfügt. Die Ansprüche sollten auf jeden Fall für die Unterrichtsstunden in den Klassenräumen gelten. Ob das auch für den Schulhof so sein muss, das sei dahingestellt. Schließlich verbringen die Kinder hier ihre Pausen, die bekanntlich zeitlich überschaubar sind. Es ist sicherlich von hohem Prestige, wenn die kleine Gemeinde Ilvesheim den ersten Forscherhof in Baden-Württemberg bekommt, der diesen Begriff auch verdient. Die Erwachsenen können sich damit schmücken.

Den Kindern dürfte dies herzlich egal sein. Für sie ist wichtig, dass sie sich in ihren Pausen ungezwungen bewegen, dass sie sich austoben können, ehe wieder ihre Konzentration im Unterricht gefordert ist. Das lässt sich aber durchaus auch für weniger Geld verwirklichen.