Kommentar

Rote Linie überschritten

Archivartikel

Jürgen Berger zu den Anfeindungen gegen Dietmar Hopp

Die Entschuldigung der Dortmunder Verantwortlichen für die Schmähgesänge gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp und das geschmacklose Fadenkreuz-Plakat ihrer Anhänger in der Rhein-Neckar-Arena ist aufrichtig. Gleichzeitig zeigt die Reaktion der BVB-Spitze aber auch, wie wenig Einfluss sie offensichtlich auf einen Teil ihrer Fanszene besitzt. Alle Versuche der Deeskalation liefen im Vorfeld der Partie ins Leere. Das ist eine erschreckende Realität und verdeutlicht eine alarmierende Hilflosigkeit.

Um im seit zehn Jahren immer mehr eskalierenden Konflikt mit der TSG ein Zeichen zu setzen, muss der BVB jetzt das heiße Eisen endlich fest anfassen – und die unbelehrbaren Krakeeler bei einer hoffentlich schnellen Identifizierung durch die Polizei konsequent mit nachhaltigen Strafen wie Stadionverboten belegen.

Der Umgang mit den eigenen Ultras ist nicht nur für die Borussia ein heikles Thema. Watzke und Co. müssen ihren Worten trotzdem Taten folgen lassen, um glaubwürdig zu bleiben – und klare Grenzen aufzuzeigen.

Diesem Hass darf nicht länger eine Bühne geboten werden. Dabei ist Bundesliga als Ganzes gefordert, diesen gefährlichen Kreislauf mit gemeinsamen Aktionen und einem Maßnahmenkatalog zu durchbrechen. Die rote Linie ist schon viel zu oft überschritten worden.

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