Kommentar

Richtiges Wagnis

Peter W. Ragge zu den Außenanlagen der Kunsthalle

Man merkte ihr an, dass ihr das Thema unangenehm war. Kunsthallen-Direktorin Ulrike Lorenz rang mit Worten – so, wie sie zuvor intern mit ihren Mitarbeitern über den richtigen Weg gerungen hatte. Die große Frage war: Soll man den neuen, in der Moltkestraße und rund ums Gebäude entstandenen Skulpturenpark mit all seinen Werken einzäunen, abschließen, irgendwie anders schützen?

Die Antwort lautete: nein. Das ist richtig, wenn man bedenkt, dass die Kunsthalle den programmatischen Anspruch eines „offenen Hauses“ hat, der Neubau bewusst so gestaltet ist und für den Besuch des Atriums nicht einmal Eintritt erhoben wird.

Ein Wagnis bleibt die Entscheidung dennoch. Zwischen Tattersall- und Roonstraße ist nun wirklich eine schöne, begrünte Zone entstanden. Aber das Beispiel der Jugendstilanlage Friedrichsplatz zeigt, dass selbst vor diesem hochrangigen Schmuckplatz kaum noch jemand Respekt hat, es Vandalismus, Rücksichtslosigkeit, Vermüllung und Graffiti gibt. Rund um die Max-Hachenburg-Schule und die Container des Karl-Friedrich-Gymnasiums sieht es ganz, ganz übel aus. Angesichts der Bedeutung der Kunsthalle kann man nur hoffen, dass die Stadt hier oft kontrolliert und säubert.

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