Kommentar

Politik muss entscheiden

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Nutzung der Multihalle

Aus der Multihalle wird künftig dies oder das. Wer solch eine konkrete Aussage vom Architektenwettbewerb erwartet hatte, wurde enttäuscht – aber wer das erwartet hatte, der hat viel zu viel erwartet. Das sollten, das konnten die Architekten nicht leisten.

2018 durfte Mannheim – als erste deutsche Stadt – bei der Architekturbiennale Venedig das Bauwerk präsentieren. Spätestens seither ist klar, dass man die weltweit größte freitragende Dachkonstruktion aus hölzernen Latten, die in der Branche einen geradezu legendären Ruf besitzt, nicht einfach (wie mal geplant) abreißen kann, ohne sich ganz gewaltig zu blamieren. Die weltweit große Resonanz auf den Architektenwettbewerb hat das nun nur erneut unterstrichen.

Lässt man die teils sehr verschwurbelt klingende Architekten- und Soziologenprosa der Arbeiten mal beiseite, dann ist klar: Es kommt auf den Erhalt der einmaligen Dachkonstruktion an. Das wiederum ist technisch problemlos möglich. Die Finanzierung ist, dank in sehr greifbare Nähe gerückter Bundeszuschüsse, auch machbar.

Unter dem Dach kann alles passieren – schließlich trägt das Gebäude den Namen „Multihalle“, weil schon seine Erbauer eine multifunktionale Nutzung im Sinn hatten. Ideen dafür gibt es aus zahlreichen Bürgerworkshops, Veranstaltungen und jetzt dank vieler Architekten genug, und Bedarf ebenfalls. Die Politik muss jetzt einfach entscheiden und jemand benennen, der die Halle auf Dauer betreibt.

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