Kommentar

Mehr Respekt!

Archivartikel

Michael Schwarz zur steigenden Gewalt gegen Lehrkräfte. Er fordert, dass Schulen das Thema offensiv angehen, und nimmt die Eltern in die Pflicht.

Es ist ein Spiegelbild der Gesellschaft: Immer mehr Schulen in Bund und Land berichten von Angriffen gegen Lehrer – verbal und körperlich, direkt oder im Netz. Die Umfrage des Bildungsverbands VBE hat aber auch Unschärfen: Ab welchem Moment fühlt sich ein Lehrer bedroht? Diese Frage ist sicher – wie in anderen Lebensbereichen auch – sehr individuell zu beantworten. Was die eine Lehrkraft als diffamierend empfindet, dürfte bei der anderen nur ein Schulterzucken auslösen.

Trotzdem gibt die Befragung einen Überblick darüber, wie die Pädagogen ihre eigene Sicherheitssituation einschätzen. Und dies verheißt nichts Gutes. Insgesamt berichten Lehrer immer wieder davon, dass Schüler, und dies beginnt schon in der Grundschule, den Respekt zunehmend verlieren. Kommt es zu Konflikten, ist zunächst die Arbeit von Sozialarbeitern und Schulpsychologen gefragt. Überschreiten Schüler oder Eltern Grenzen und werden übergriffig gegen Lehrer, muss auch strafrechtlich ermittelt werden.

Hier sollten Schulen offensiv sein, und nicht aus Scham Vorfälle verheimlichen. Zudem darf es auf keinen Fall so sein, dass Pädagogen zum Spielball von Eltern werden, die ihrem Erziehungsauftrag nicht nachkommen können – oder wollen. Denn ein adäquates Sozialverhalten sollten die Kinder eigentlich zu Hause erlernen, nicht erst in der Schule.

Zum Thema