Kommentar

Land mit Zukunft

Archivartikel

Sandra Bollmann spricht sich dafür aus, in die Erreichbarkeit ländlicher Gegenden zu investieren

Auf der ganzen Welt wächst die Zahl der jungen gebildeten Menschen. Und diese zieht es in die Städte, zu weiterführenden Schulen, Universitäten und Unternehmen mit guten Jobs. Deutschland liegt dabei im Trend: Die Ballungsgebiete wachsen – und die ländlichen Gegenden verlieren an Bevölkerung.

Zwar gibt es hierzulande weder gigantische Metropolen noch größere ausgestorbene Einöden. Allerdings hat der Ansturm auf Großstädte die Mieten schon jetzt in fast schwindelerregende Höhen getrieben. Dagegen sinkt die Lebensqualität in vielen Gegenden – vor allem in den östlichen Bundesländern – deutlich: In etlichen Dörfern gibt es weder Läden noch Arztpraxen, Busse haben Seltenheitswert, und von alten Schwimmbädern und Kinosälen gibt es nur noch baufällige Überbleibsel.

Dabei könnte der Wanderungsbewegung in die großen Städte tatsächlich Einhalt geboten werden. Der Speckgürtel beispielsweise rund um Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen erstreckt sich mittlerweile bis in den Odenwald und die Vorderpfalz. Geruhsame Landstriche haben sich in heiß begehrte Wohnorte verwandelt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Erreichbarkeit: Wer zur Arbeit pendeln kann, ob mit der S-Bahn oder dem eigenen Auto, zieht auch gern ins Grüne.

Es heißt also investieren – in Verkehr, Bildungseinrichtungen und medizinische Versorgung. Wenn das Land für seine Bewohner lebenswert bleibt, profitieren schließlich auch die Städte.

 
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