Kommentar

Konsequenter sein

Schwierige Situation für alle Beteiligten: Eltern haben Angst um ihre Kinder – und würden sie deshalb am liebsten bis ins Klassenzimmer begleiten. Lehrer fürchten auch um die Kinder – aber um jene, die mit dem Bus zur Schule fahren und wegen der „Helikopter“-Eltern oft über stark befahrene Straßen gehen müssen. Ja sogar auf der Straße aus dem Bus aussteigen. Die Busfahrer behindern den Verkehr, wissen sich aber auch nicht anders zu helfen, als mitten auf der Spur den Warnblinker anzumachen und die Türen zu öffnen. Autofahrer ärgern sich, vor allem wenn sie morgens sowieso schon im Stau stehen.

Verbieten kann man den Eltern aber nicht, ihren Nachwuchs zur Schule zu fahren. Manchmal geht es ja gar nicht anders. Das Schulpersonal kann Gespräche führen. Doch das stößt auch häufig auf heftigen Widerstand. An der Käfertalschule traut sich der Hausmeister gar nicht mehr, die Eltern anzusprechen, weil er Angaben der Schulleiterin zufolge aufs Übelste beschimpft wurde. Trotzdem versuche man sein Bestes – auch um der Kinder Willen. „Traut euren Kleinen mehr zu“, lautet da der Appell der Pädagogen.

Wofür die Stadt aber sorgen kann, ist eine gesteigerte Kontrolle. Damit nicht immer die Schulen die Initiative ergreifen müssen. Konsequente und regelmäßige – vielleicht sogar tägliche – Kontrollen wären da förderlich. Und wenn das nicht hilft, die Autos auch mal abschleppen. In der Innenstadt (fernab von Schulen) sind Ordnungshüter stringenter. An bestimmten Tagen werden dort die Gehwege gereinigt. Wer dort parkt, wird abgeschleppt. Das kostet – und zwar richtig viel. Uneinsichtige Eltern, Anwohner oder Kurzzeitparker könnte das überzeugen, die Autos an erlaubten Plätzen abzustellen

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