Kommentar

Kompromiss möglich

 

Kein Zweifel, die geplante Einrichtung für Trinker ist einen Versuch wert. Wo immer sich die Szene an öffentlichen Plätzen in der Innenstadt niederlässt, kommt es zu Problemen. Anwohner oder umliegende Geschäfte oder Unternehmen fühlen sich verständlicherweise gestört. Andererseits kann man die Menschen nicht einfach vertreiben, aus sozialen Aspekten nicht und aus praktischen auch nicht.

Es ist also ein guter Gedanke, solchen Menschen, die den Tag damit zubringen, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken, einen Treffpunkt anzubieten. Einen Ort, an dem sie ihre Ruhe haben, sich einigermaßen wohlfühlen können, an dem aber auch Regeln gelten. Und wo ihnen Hilfe angeboten wird, den Ausstieg zu schaffen.

Doch ob die Fläche in der Akademiestraße dafür die richtige ist? Wer die Wahl hat, sich bei gutem Wetter am belebten Paradeplatz oder unter der Brückenauffahrt zu treffen, der wird wohl kaum in die Akademiestraße gehen, oder? Andererseits gibt es offenbar schlicht keine andere Möglichkeit. Und auch die vor Ort Aktiven, darunter viele Bezirksbeiräte, Quartiermanager und Caritas und Drogenverein als Träger, halten den Standort für zumindest akzeptabel. Es wäre darum kein gutes Signal, wenn die Politik das Projekt einfach aufschiebt. Vielleicht kann man sich auf den Kompromiss einigen, vorerst auf einen Neubau zu verzichten und den Standort mit einer Containerlösung zu testen.

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