Kommentar

Kehrseite

Werner Kolhoff gibt zu bedenken: Auch wenn Hersteller von Wegwerfprodukten die Entsorgung mitbezahlen, sind schärfere Kontrollen nötig

Die Maßnahmen von Umweltministerin Svenja Schulze gegen die Flut von Einwegpackungen und Plastikmüll sind richtig. Nur über höhere Kosten und am Ende auch Verbote wie bei den Plastiktüten ist eine durchgreifende Besserung zu erreichen. Denn bisher sind Anbieter und Kunden in einem Bündnis der Unvernunft vereint: geringe Produktionskosten hier, Bequemlichkeit da. Zulasten der Umwelt - und der Steuerzahler. Der Herstellerhaftung wird mit dem Vorstoß genüge getan, aber was ist mit der Verbraucherverantwortung?

Mit der jetzt geplanten Regelung könnte sogar ein gegenteiliger Effekt eintreten: Manche Konsumenten werden glauben, die wilde Entsorgung sei mit dem höheren Preis für Kippen, Plastikbecher oder Fast-Food-Verpackungen sozusagen schon mitbezahlt. Helfen würden hier wohl nur höhere Bußgelder und schärfere Kontrollen. Diese Kehrseite der Medaille hat Schulze bisher noch nicht auf dem Plan.