Kommentar

Jens Spahn hat recht

Archivartikel

Was kann wichtiger sein, als Menschenleben zu retten? Wohl nichts – und deshalb sind die drei Todesfälle pro Tag, die derzeit in Deutschland aufgrund des Mangels an Spenderorganen zu beklagen sind, unerträglich. Jens Spahn hat daher vollkommen recht, wenn er bei der Organspende für die Widerspruchslösung plädiert.

Das Ganze ist keine Revolution: Bislang musste man für den Fall der Fälle ausdrücklich seine Spendebereitschaft bekunden; künftig müsste man ausdrücklich den Wunsch bekunden, keine Organe entnommen zu bekommen. Jeder kann das tun, niemand wird zur Organspende gezwungen – das ist das Entscheidende, und dieses Faktum lässt die Argumente der Gegenseite weitgehend ins Leere laufen. Wer zu faul zum Widerspruch ist, der muss in Kauf nehmen, dass ihm post mortem Organe entnommen werden. Das Recht auf Leben sollte schwerer wiegen als das Recht auf Desinteresse. Es bräuchte auch kein Widerspruchsrecht für Angehörige, wie es Spahn vorsieht. Denn wem das Thema wichtig ist, der soll sich zu Lebzeiten kümmern. Zumal ja auch fast jeder Bürger, selbst überzeugte Spende-Gegner, im Falle einer gravierenden Erkrankung ein potenzieller Organ- oder Gewebeempfänger ist.

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