Kommentar

In der Verantwortung

Archivartikel

Frank Schumann zur aktuellen Studie der Initiative Romero

Stellen Sie sich vor, Ihre fünfjährige Tochter bleibt während des Einkaufsbummels zur Adventszeit vor dem Schaufenster eines Spielzeuggeschäfts stehen. Ihr Kind schaut sie mit großen Augen an und fragt: „Papa, bekomme ich eine Eisprinzessin-Puppe zu Weihnachten?“ Sie könnten antworten: „Nein, mein Schatz, diese Puppe müssen arme Menschen in China machen, die schlecht behandelt werden.“ Würden Sie es tun?

Egal, ob Arbeitsbedingungen in Asien, Fleischverzehr, kurzlebige Elektroartikel oder Flugreisen – in der globalisierten Welt von heute ist Konsum ohne Reue kaum mehr möglich. Zu vielfältig und mitunter gravierend sind sowohl die sozialen als auch die ökologischen Auswirkungen. Selbstverständlich kann sich jeder Einzelne fragen, ob ausgerechnet er die Welt retten muss. Ehrlicherweise muss die Gegenfrage lauten: Wenn nicht er, warum dann die anderen? Als Verbraucher kann man sich der Verantwortung für die Folgen seines Tuns nicht entziehen. Das bedeutet, dass man für sich selbst beantworten muss, wie weit das eigene Handeln im Sinne der Gemeinschaft ist. Und auch wenn es sehr schmerzhaft ist: Das beginnt bei der Frage Ihrer Tochter nach der Eisprinzessin-Puppe.

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