Kommentar

Ignorantes Vorgehen

Man kann über das Zustandekommen des Erörterungstermins zum Riedbahn-Ausbau eigentlich nur den Kopf schütteln. Und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen, weil das Regierungspräsidium den entscheidenden Termin für ein Verfahren, das nun schon zweieinhalb Jahre läuft und mehr als 2000 Menschen betrifft, mit nur fünf Wochen Vorlauf mitten in den Sommerferien ankündigt. Da hätte die Karlsruher Behörde einfach viel früher informieren müssen, damit möglichst viele Betroffene teilnehmen können.

Vielleicht noch problematischer aber ist ein anderer Aspekt. Auch wenn es die Bahn abtut: Der Ausbau des Riedbahn-Teilstücks auf der sonst schon zweigleisigen Strecke schafft selbstverständlich Fakten dafür, wie die Züge künftig durch Mannheim rollen. Dafür wird jetzt die planungsrechtliche Grundlage geschaffen. Doch bevor man dies tut, wäre doch ein grundsätzlicher Blick auf die Sache sinnvoll: Wo sollen in den nächsten Jahrzehnten welche Züge durch Mannheim und die Region fahren? Wie kann man Anwohner vor Lärm schützen? Ist ein Tunnel oder eine oberirdische Güterzugumfahrung Mannheims, wie sie Bürgerinitiativen fordern, überhaupt möglich?

Derzeit erstellen Bund und Bahn jeweils Studien, die darüber Aufschluss geben könnten. Ihre Ergebnisse sind für diesen Herbst angekündigt. Man kann es nur ignorant nennen, dass das Regierungspräsidium mit dem Erörterungstermin nicht gewartet hat, bis diese Studien vorliegen.

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