Kommentar

Hoffen auf den Ausklang

Konstantin Groß zieht eine erste Bilanz des Mathaisemarktes

Wenn sich der Bürgermeister heute mit dem Gemeinderat zum Rundgang über den Mathaisemarkt trifft, dann werden die Kommunalpolitiker auch eine erste Bilanz des Festes ziehen. Sie fällt durchwachsen aus.

Hauptgrund: das Wetter. Zwar ist es erstaunlich, wie viele sich auch dadurch das Feiern nicht vergällen lassen. Aber natürlich blieb es nicht ohne Folgen – die spektakulärste: die Absage des Festzuges. Doch der stand ja von Anfang an unter keinem günstigen Stern. Der Streit um die ge-rechtfertigten Sicherheitsauflagen hat diesen einzigartigen Programmpunkt unnötig belastet.

Als dann die Absage erfolgte, entlud sich die Spannung. Von einigen Aktiven gab es – erst recht nach manchem Viertel Wein – Äußerungen über Angehörige der Verwaltung und der Feuerwehr, die nicht zitierfähig sind. Trost für die derart Gescholtenen ist, dass auch Zustimmung für ihre alternativlose Entscheidung erfolgte.

Abgesehen von diesem großen Aufreger gab es wie in jedem Jahr die kleinen. Etwa über die musikalische Umrahmung der Krönung mit Westernhagens „Willenlos“. Einige erachten den Text als unpassend, andere sehen da-rin ein Zeichen, dass der Mathaisemarkt eben mit der Zeit geht. Hier gilt: Einfach tiefer hängen.

Thema Politik beim Fest

Zweiter Aufreger: Dass der Bundestagsabgeordnete Karl A. Lamers die Krönung einer der drei Weinhoheiten vornehmen durfte. Doch die Kritik von Grünen und SPD ist kleinkariert. Es war einfach ein Zeichen des Dankes der Winzer an einen Mann, den sie schätzen. Mehr nicht; das Wort CDU kam gar nicht vor – da von „Politisierung“ der Krönung zu sprechen, ist absurd. Auch hier gilt: Einfach mal tiefer hängen.

Stichwort Politik: Die Mittelstandskundgebung lebt zunehmend von ihrer großen Vergangenheit. Die Festredner sind immer weniger echte Polit-Größen. Susanne Eisenmann konnte zwar davon zehren, als Frau mit großer politischer Zukunft zu gelten, und sie überzeugte zudem mit ihrer gewinnenden Art; doch bei ihrer Rede sprang der Funke auf das Zelt nicht über. Dazu war das Thema Bildung wohl zu sperrig. Sie hatte Glück, vor sich ein ihr freundlich gesonnenes, weil konservatives Publikum zu wissen.

Noch düsterer sieht es mit den anderen politischen Programmpunkten aus: Die FDP präsentiert eine unbekannte Europakandidatin, die Grünen müssen sogar auf Montag „verlängern“, weil sie für vorher keinen Redner finden. Für das Fest kein Kompliment.

Eines ist ohne Zweifel positiv: Im Polizeibericht taucht der Mathaisemarkt bislang kaum auf. Alle am Fest Beteiligten hoffen, dass es so bleibt. Und dass das zweite Wochenende nun zumindest einen erfolgreichen Ausklang bringt. Sie hätten es verdient.