Kommentar

Haarspalterei statt Vision

Diese Tankstelle liegt sehr günstig. Sehr viele Feudenheimer und Wallstädter etwa fahren auf dem Weg in die Innenstadt an ihr als einziger vorbei. Und für alle Menschen, die über den Rhein-Neckar-Schnellweg auf die Autobahn wollen, ist es die letzte Tankmöglichkeit. Daher ist das Bedauern, teils auch die Empörung über ihre Schließung verständlicherweise groß.

Das hätte man sich denken können. Genauer gesagt: denken müssen. Und sich eine Strategie überlegen, um das Aus für diese Tankstelle zu erklären. Das ist nicht passiert. Was die Verantwortlichen statt dessen und erst auf Anfrage an verschwurbelten Aussagen bieten, ist peinlich. Der Buga-Geschäftsführer erklärt sich ernsthaft für nicht zuständig, weil der Grund für die Schließung nicht die Bundesgartenschau, sondern der Grünzug Nordost sei. Das ist Haarspalterei. Wie eng beides zusammenhängt, werden die Verantwortlichen doch sonst nie müde zu betonen.

Motiv dürfte hier nun die Angst sein, das Aus für die beliebte Tankstelle könne die bisher nicht allzu beliebte Buga weiter in Misskredit bringen. Eine berechtigte Sorge. Aber miserable Kommunikation macht alles noch schlimmer. Wichtig wäre, dem Negativen eine positive Vision entgegenzusetzen. Und ehrlich zu sagen: Diese Tankstelle muss weg, weil sie nicht ins Gesamtkonzept passt – zu dem sowohl Grünzug als auch Sportpark und Buga gehören und das eine große Bereicherung für ganz Mannheim werden soll.

Zu veranschaulichen wäre das mit konkreten Aussagen, was auf dem Tankstellen-Gelände entstehen kann. Wenn es da mehrere Optionen gibt, darf man die ruhig alle nennen. Zumal diese Pläne nicht mal mehr vier Jahre vor der Riesen-Veranstaltung garantiert existieren. Verkehrswege, Seilbahn, Infrastruktur – all das muss endlich auf den Tisch. Sonst macht man es den Buga-Gegnern leicht, jeden unschönen Vorboten wie das Tankstellen-Aus zum Beleg dafür zu nehmen, wie unsinnig das ganze Projekt sei.

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