Kommentar

Geld gegen den Stau

Heiko Brohm über die Finanzlage der Stadt

Mannheim hat Geld, um mehrere dringend nötige Investitionen anzugehen. Das ist nicht nur eine sehr gute Nachricht, es ist auch eine, die bis vor einiger Zeit so wahrscheinlich klang wie Schnee im Juli. Doch es stimmt: Die Einnahmen sind hoch, gleichzeitig plant die Verwaltung die angekündigten Einsparungen des Strukturprogramms mit ein. Also noch einmal, weil es so schön war: Mannheim hat Geld.

Natürlich, das ist nur eine Seite der Medaille. Auf die andere gehören renovierungsbedürftige Schulen, löchrige Straßen, fehlender Brandschutz im Nationaltheater, marode Schwimmbäder, neuerdings auch noch eine nicht mehr zeitgemäße Straßenbeleuchtung - und so weiter. Alles zusammen der viel beschworene Sanierungsstau also, der unter Experten ebenfalls als eine Art der Verschuldung gilt. Dieser Stau ist noch immer so groß, dass er mit den Mehreinnahmen bei Weitem nicht aufgelöst werden kann.

Aber die Stadt kann ihn verkleinern, wie sie es an den Schulen schon seit einigen Jahren tut. Diesen Weg muss sie konsequent weitergehen, solange es die Finanzlage irgendwie zulässt. Bei allen verständlichen Wünschen sollten die Stadträte das mittragen. Denn sanierte Schulen, ein neues Kombibad, glatte Straßen, ein renoviertes Nationaltheater: Das sind Dinge, die Mannheim attraktiv machen und die vor allen Dingen direkt bei den Bürgern ankommen.

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