Kommentar

Finanzielle Stabilität

Rolf Obertreis über die Verschuldung der Deutschen

Oft wird den Deutschen vorgehalten, in Sachen Finanzen seien sie nicht auf dem besten Weg, hätten Wissenslücken. Der neue Kreditkompass der Schufa belegt das Gegenteil. Trotz günstiger Zinsen, trotz niedriger Inflation und gestiegener Einkommen handeln die Bundesbürger mit Blick auf Kredite und Schulden verantwortungsvoll. Es wird nicht quasi wahllos auf Pump gekauft nach dem Motto: Was interessieren mich Zinsen und Tilgung und die Rückzahlung?

Die Mehrzahl der Bundesbürger rechnet und schaut, dass ihre Schulden im Rahmen bleiben und sie sich auch leisten kann, was sie sich anschafft. Und die Deutschen zahlen zum allergrößten Teil die Raten für den Kredit pünktlich und zuverlässig zurück. Das ist gut für Banken und gut für den Handel. Höchst erfreulich auch: Die 18- und 19-Jährigen erweisen sich im Schnitt als besonders verlässliche Kreditnehmer.

Einen Beitrag zur erfreulich soliden Lage auf dem Markt für Verbraucherkredite liefern freilich auch Banken, Sparkassen und andere Kreditgeber. Kredite werden nicht mehr einfach so vergeben. Die Geldgeber schauen sich den potenziellen Kreditnehmer – trotz oft und immer häufiger automatisierter Verfahren – ganz offensichtlich genauer an als in der Vergangenheit. Beide Seiten, Verbraucher und Geldhäuser, sorgen so für ein erhebliches Maß an finanzieller Stabilität und bauen einer möglichen eigenen, aber auch einer Krise des Finanzsystems insgesamt vor. Das bringt gute Einstufungen der Verbraucher bei der Schufa. Was ebenfalls wieder hilfreich ist und für Gelassenheit sorgt.

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