Kommentar

Erst prüfen, dann fördern

Hans-Jürgen Emmerich zum UBL-Vorstoß für Altbausanierung

 

Nach dem Bürgerentscheid vom März ist die große Lösung Neubaugebiet Mittelgewann in Edingen vom Tisch. Verschiedene kleine Baugebiete sind in der Mache, doch der Druck auf dem Wohnungsmarkt in der Gemeinde Edingen-Neckarhausen ist unverändert groß. Vor allem junge Familien haben es schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Gleichzeitig stehen viele alte Häuser leer oder werden nur von Einzelpersonen bewohnt. Da liegt es nahe, das Hiddenhausener Modell "Jung kauft Alt" zu übernehmen. Doch die mehrfach dafür ausgezeichnete Kommune in Ostwestfalen hat das auch nicht von heute auf morgen beschlossen, sondern erst fundierte Grundlagen ermittelt. Diesen Weg sollte die Gemeinde Edingen-Neckarhausen ebenfalls einschlagen und sich - wie das Vorbild im Kreis Herford - zunächst den Rat von Experten einholen. Denn was im ländlich strukturierten Ostwestfalen klappt, muss im Ballungsgebiet zwischen Mannheim und Heidelberg nicht zwangsläufig zum Erfolg führen. Mögen die Zahlen von dort auch noch so verlockend klingen.