Kommentar

Ernüchterung statt Zuversicht

Bettina Eschbacher zum Aktienkurs der BASF

Die Börse hat am Mittwoch die BASF abgestraft. Weniger wegen der Umsatz- und Ergebnisrückgänge im zweiten Quartal, sondern vor allem aufgrund der mauen Aussichten und vagen Prognosen. Die Corona-Krise sorgt für riesige Unsicherheit in der Wirtschaft – die Entwicklung ist so schwer wie nie vorherzusagen. Deshalb will der BASF-Vorstand auch keine konkreten Wachstumsziele für das Gesamtjahr nennen.

Im Gegenteil, er bereitet die Anleger vorsichtig auf weitere schwierige Monate vor. Dass das eine realistische und vorsichtige Herangehensweise ist, honoriert die Börse aber nicht. Ungewissheit, noch dazu bei einem Dax-Schwergewicht wie der BASF, kommt einfach nicht gut an.

Zudem zeigen die aktuellen Quartalszahlen, wie konjunkturanfällig der größte Arbeitgeber der Region ist – und das an mehreren Fronten. Zum einen ist die Abhängigkeit von der Autoindustrie sehr groß, vor allem deren Nachfrage-Einbruch belastet die Quartalsbilanz. Zum anderen macht der BASF indirekt der rasante Verfall des Ölpreises zu schaffen. Sie muss deshalb bei der Beteiligung Wintershall Dea schmerzhafte Abschreibungen vornehmen.

So herrscht an der Börse erst einmal Ernüchterung. Das muss die BASF jetzt in Kauf nehmen, will sie glaubwürdig bleiben.

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