Kommentar

Erfolgsmodell modernisieren

Frank Schumann über die Situation der Auszubildenden

Wie viele andere Konjunkturhilfen der Bundesregierung während der Corona-Krise ist auch die Ausbildungsprämie absolut sinnvoll. Vor allem ist sie ein Signal an junge Menschen, dass sie beim Start ins Berufsleben während der Pandemie nicht vergessen werden. Zudem unterstützt die Prämie gerade kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre dringend benötigten Fachkräfte von morgen selbst heranzuziehen – auch wenn die gezahlten Summen realistisch betrachtet maximal eine Überbrückungshilfe sind, bis die Konjunktur wieder richtig Fahrt aufnimmt.

Vor diesem Hintergrund sollten Politik und Wirtschaft überlegen, ob sich mit kreativen Lösungen noch mehr erreichen ließe, etwa durch mehr Ausbildung im Verbund oder den Austausch von Lehrlingen. Vielleicht gibt es auch bei den Industrie- und Handels- sowie den Handwerkskammern – die sich ohnehin schon extrem engagieren – noch Kapazitäten, zum Beispiel für Onlineseminare. Gerade die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit über die Grenzen von Betrieben oder Berufsschulen hinweg. Wenn es gelingen würde, das Erfolgsmodell der dualen Berufsausbildung ins digitale Zeitalter zu führen, hätte die Krise an dieser Stelle auch etwas Gutes bewirkt.

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