Kommentar

Entscheidung mit Augenmaß

Roger Scholl zur Gestaltungsrichtlinie in der Stadt

 

Wie heißt es doch so schön in einem Sprichwort: „Es allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“. Der Satz darf generell für alle Regelungen gelten, aber immerhin hat sich die Verwaltung mit Vertretern der betroffenen Händler und Gastronomen zusammengesetzt und jahrelang angestrengt um Kompromisse gerungen. Ob diese nun bis in einzelne Details hinein immer so gelungen sind, darüber kann man geteilter Meinung sein. Das Ziel der Stadt freilich war klar, und es ist durchaus verständlich, dass, wer neu baut, hinterher auch möglichst ansprechend und sauber möbliert haben möchte. Dass dabei auch Säuberungspflichten bis hin zur Nassreinigung festgeschrieben sind, bedarf keiner Diskussion mehr.

Doch es gibt freilich so etwas wie eine standardisierte Außengastronomie nicht, an jeder Stelle der Innenstadt sind die Gegebenheiten anders, und man kann nur mit den jeweiligen Betroffenen hoffen, dass – falls es soweit kommt – die Konfliktkommission im Einzelfall mit Augenmaß entscheidet. Deren Geschäft muss sich schließlich rentieren, und über zu viel gastronomische Angebote – die auch über die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität in einer Innenstadt mitentscheiden – kann sich Mannheim ja nicht beklagen.

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