Kommentar

Energiewende muss gelingen

Thorsten Langscheid über die schwierige Wind-Standortsuche

Die neuen Standortvorschläge können den Streit beenden, der in den letzten Jahren um die Windenergie im Mannheimer Norden entbrannt ist. Der Käfertaler Wald, für dessen Schonung sich ein breites, parteiübergreifendes Bündnis formiert hat, bleibt unberührt, das ist die gute Nachricht des gestrigen Tages.

Ob die – vergleichsweise wenigen – Anwohner im äußersten Norden der Stadt sowie die Menschen im benachbarten Lampertheim allerdings in Begeisterungsstürme ausbrechen, bleibt abzuwarten. Bis zu zehn Windkraftwerke könnten, wenn der Flächennutzungsplan erst einmal in Kraft tritt, an der nördlichen Stadtgrenze entstehen.

Zumindest kann sich niemand darüber beschweren, dass der Nachbarschaftsverband die Planungen nicht transparent, fair und ergebnisoffen ausgeführt hätte. Schon in der Bürgerbeteiligung vor zweieinhalb Jahren wurde deutlich, dass die Stadt nichts „durchdrücken“ will und Bedenken der Menschen ernst nimmt. Dass neue Standortvorschläge nun aufgrund der Gesetzesänderung möglich waren, macht den Weg zu einem Konsens in Sachen Windenergie frei.

Klar ist auch, dass die Wind-Investoren kommen, sobald die Vorrangzonen feststehen. Das kann man seit Jahren in der näheren Umgebung beobachten. Die Energiewende, darüber dürfte Einigkeit bestehen, muss gelingen. Mit den jetzt vorliegenden Standortvorschlägen kann Mannheim dazu beitragen.