Kommentar

Eine logische Entscheidung

Bettina Eschbacher zum Ende der Zementproduktion

Leimen.Mit dem Produktionsende im Leimener Zementwerk bricht ein Stück Industriegeschichte in der Region weg. Schließlich gilt der Standort als Keimzelle des heutigen Konzerns HeidelbergCement. Es war mehr als 100 Jahre in Betrieb, galt einst als modernstes Werk seiner Art. Und natürlich dürften viele die ungewöhnliche Seilbahn als besonderes Industrie-Wahrzeichen schätzen. Viele Anwohner allerdings werden die Umweltbelastung durch die Zementproduktion weniger vermissen.

Für das Unternehmen ist die Entscheidung, die Produktion einzustellen, einfach logisch. Sie hat bisher nur funktioniert, weil der Nusslocher Steinbruch in der Nähe das Rohmaterial geliefert hat. Ist der Nachschub vor Ort nicht mehr gewährleistet, bringt es nichts, die Klinkerherstellung aufrechtzuerhalten. Das Ende war schon länger absehbar und auch offen kommuniziert. Mit Sparzwängen oder neuen strategischen Prioritäten hat die Entscheidung also nichts zu tun. Gut ist auch, dass für die Mitarbeiter neue Arbeitsplätze intern oder sozialverträgliche Lösungen gefunden werden sollen.

Leimen bleibt trotzdem ein wichtiger Standort für HeidelbergCement. Dort ist das Forschungszentrum mit hochwertigen Arbeitsplätzen angesiedelt. Dass der Baustoffhersteller zu seinen regionalen Wurzeln steht, hat er zudem mit dem 100 Millionen Euro teuren Neubau der Heidelberger Zentrale bewiesen.

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