Kommentar

Ein großer Verlust

Steffen Mack über Frederik Wenz’ Abgang vom Klinikum

Jetzt ist es amtlich. Aus „persönlicher Verbundenheit“, so heißt es, gehe Frederik Wenz nach Freiburg. Der Noch-Klinikum-Geschäftsführer erzählte, er habe einst als Patient in jenem Breisgau-Krankenhaus beschlossen, Arzt zu werden. Das erinnert an Fußballer, die beim Wechsel nach Dortmund bekunden, früher in schwarz-gelber Bettwäsche geschlafen zu haben. Mag sein. Aber hier wie dort handelt es sich um ein Geschäft, dessen Währung nicht Sentimentalität ist.

Für Mannheim bedeutet Wenz’ Abgang einen großen Verlust. Als Mediziner genießt er einen exzellenten Ruf. In der Rolle als Geschäftsführer, die er nach der Hygieneaffäre zusätzlich übernahm, gab er zumindest eine deutlich bessere Figur ab als Tandempartner Jörg Blattmann. Obwohl das eine oder andere Problem auch mit Wenz nach Hause geht. Speziell der Unmut des – ansonsten nach außen nibelungentreuen – Betriebsrats über die Abschaffung des Pflegedirektors.

Jetzt sollte schleunigst ein fähiger Nachfolger her. Er muss auch weder selbst im Klinikum gelegen noch früher in SV-Waldhof-Bettwäsche geschlafen haben.

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