Kommentar

Duo infernale

Katrin Pribyl hält den Einfluss des Beraters Dominic Cummings auf Premierminister Boris Johnson für gefährlich

Sajid Javids hatte wohl keine andere Wahl, aber es ist kaum vorstellbar, dass seine Karriere in der konservativen Partei mit seinem Rücktritt als Schatzkanzler zu Ende ist. Dafür ist der Politiker nicht nur zu ehrgeizig, sondern auch zu beliebt in den eigenen Reihen. Das Vorgehen von Premierminister Boris Johnson löst dagegen Entsetzen aus. Die Entscheidung wurde offenbar durchgesetzt von seinem engsten Berater Dominic Cummings – ein mitnichten vom Volk gewählter Beamter, der nun als Strippenzieher agiert und Johnson lenkt.

Wie sein Chef kennt Cummings keine Skrupel und setzt auf die Taktik der Einschüchterung. Dass die beiden nicht nur ein verschobenes Demokratieverständnis haben, sondern auch von Pressefreiheit nicht viel halten, wie die jüngsten Vorfälle zeigen, zeugt von einer beunruhigenden Entwicklung auf der Insel. Die Lage erinnert gefährlich an die USA unter Donald Trump.

Nur darf man davon ausgehen, dass der britische Regierungschef und sein Berater smarter sind als ihre US-Kollegen. Darüber hinaus ist der Premier in London mit einer überwältigenden Mehrheit im Parlament ausgestattet – und das macht das Duo Infernale so gefährlich.

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